Jülich - Projekt an der Förderschule: Bei guter Präsentation winkt Kaufvertrag

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Projekt an der Förderschule: Bei guter Präsentation winkt Kaufvertrag

Von: Dorothée Schenk
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Jülich. Einige Serien „Tafelabziehhalter“ haben sie schon produziert. Erstmals aber hat die Schülerfirma Astec der LVR Förderschule Linnich über ihre Stadtgrenzen hinaus einen Kunden geworben: Das St. Josef Mädchengymnasium Jülich ließ sich als neuer Kooperationspartner gewinnen. Ein natürliches Miteinander zwischen behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen soll dadurch wachsen.

Jan und Lea übernehmen die Produktvorstellung. Sie machen das wie Profis. Jan zeigt den Abzieher und die Halterung aus PETG, einem plexiglasähnlichen Material. Aber, so demonstrieren die Schüler, es ist viel robuster. Lea lässt unvermutet eine Halterung zu Boden fallen. Das Anschauungsobjekt nimmt keinen Schaden, nur die interessierte Kundschaft zuckt bei dem krachenden Geräusch kurz zusammen.

So ist das MGJ-Schulleiter-Team um Maria Bardenheuer bestens gewappnet für Jans Bearbeitung der Halterung mit einem Hammer. Immer noch keine Bruchstelle oder Kratzer. Gut geeignet also für Schüler im Unterrichtsalltag. „Sehr sinnvoll“, befinden neben Hausmeister Drove auch die Vertreterinnen der Schülervertretung (SV) des MGJ. Spontan lässt sich Dr. Barbara Schellenberger vom Schulträger zu einer Kaufzusage hinreißen. „Ich gebe grünes Licht für den ersten Stoß“, sagt die Geldbewilligerin. Über die Stückzahl wird noch entschieden.

Inklusion menschlicher

Der erfolgreiche Geschäftsabschluss freut die Vertreter von Astec natürlich, aber dieser Auftrag bildet nur den Auftakt für eine langfristige Bindung der beiden Schulen und deren Zöglingen. Das Stichwort „Inklusion“ hängt im Raum. Auch am MGJ werden Schülerinnen mit Behinderungen unterrichtet, und so liegt das Angebot durch den stellvertretenden Schulleiter Constantin Mertens nur einen Handschlag entfernt, in der LVR Förderschule in Linnich Praktika und Hospitationen anzubieten. „Wir wollen das Angebot bekannter machen“, sagt Mertens, dessen Töchter das MGJ besuchen, und der auch den Kontakt zur Schulleitung hergestellt hat.

„Konkrete Begegnung ist wichtig“, sagt MGJ-Schulleiterin Maria Bardenheuer. „Behinderung ist sehr abstrakt. Wir möchten, dass Inklusion menschlicher wird.“ Für den regen Kontakt sei vor allem die schnelle Verbindung per Rurtalbahn eine gute Voraussetzung. Bardenheuer plant, Projekte mit den Oberstufen-Kursen in Pädagogik und der Linnicher Förderschule zu initiieren.

Dabei hat die Zusammenarbeit der Schulen schon Gesichter. Inzwischen sind zwei Ehemalige des MGJ an der Förderschule als Praktikantin beziehungsweise als Freiwillige im Sozialen Jahr.

Es ist davon auszugehen, dass auch die Schülervertreter beider Häuser Appetit auf die kreative Zusammenarbeit bekommen haben. Denn bevor „Astec“ gezeigt hat, was sie bieten kann, treffen sich die neuen Partner beim „Geschäftsessen“. Aufgetischt hat hier die MGJ-Schülerfirma „EssBar“. Bleibt abzuwarten, was den beiden Parteien für eine Zusammenarbeit einfällt. Mit neben ihrer Fast- Seat-Box, einem Sitzmöbel aus Getränkekisten, die „Astec“ zur Fußball-Europameisterschaft 2012 entwickelt hat, ist noch reichlich Entwicklungspotential vorhanden.

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