Proberodung: Die Rüben sind auf einem sehr guten Weg

Von: Antonius Wolters
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Schöne Strecke: Bei der Proberodung unter der Woche zogen die Anbauberater Burkhard Schopen (l.) und Andreas Gehlen auf einem Acker nahe Hasselsweiler 26 Zuckerrüben. Foto: Wolters

Jülich. Um für die Planung der Kampagne Prognosen zu Qualität und Ertrag der Zuckerrüben abgeben zu können, erfolgen an insgesamt 21 Standorten, die über das gesamte Vertragsgebiet der Jülicher Zuckerfabrik verteilt sind, sogenannte Proberodungen an festgelegten Standardtagen.

Dadurch ist es möglich, die bei der Analyse im Jülicher Rübenlabor ermittelten Werte mit denen der Vorjahre zu vergleichen. Zudem bilden die ausgewählten Standorte einen Querschnitt von schweren und leichten Böden, die – je nach Witterung – den Pflanzen unterschiedliche Entwicklungsbedingungen bieten.

Die beiden Anbauberater Andreas Gehlen und Burkhard Schopen vom Werk Jülich der Pfeifer & Langen KG machten sich am Dienstag auf die rund 150 Kilometer umfassende Reise ins Jülicher Land, wo sie an zehn Standorten zur Handernte schritten. Ein weiterer Trupp nahm die elf übrigen Standorte unter die Lupe. Nach dem ersten Termin Mitte Juli war es die zweite Proberodung in der laufenden Vegetationsperiode. Bis zum Kampagnenstart folgen noch zwei weitere in zwei und vier Wochen sowie eine fünfte Ende Oktober.

Bevor es ans Rübenziehen geht, zücken Gehlen und Schopen ein Maßband, um an zwei Rübenreihen einen drei Meter messenden Abschnitt zu markieren: Insgesamt 26 Zuckerrüben, die hier stehen, umfasst die Probe. Die kräftigen und leicht länglichen Knollen sind durchweg schöne Exemplare mit Potenzial.

Sogar wöchentlich sind die Anbauberater seit Juni auf den Rübenäckern unterwegs, um die Blattgesundheit unter die Lupe zu nehmen, denn das „grüne Dach“, das über den Pflanzen aufgespannt worden ist, gilt als Kraftwerk der Pflanze und gewährleistet weiteres Wachstum und vor allem Einlagerung von Zucker, die das Ziel aller Bemühungen ist.

So sind gesunde Blätter die Voraussetzung für eine gehaltvolle Kampagne und genießen entsprechende Beachtung. Bei dem Besuch des riesigen Rübenschlages bei Hasselsweiler fällt den Experten auf, dass nach dem erfolgreichen Spritzen Mitte Juni nun eine Folgebehandlung notwendig ist. „Es muss wieder reagiert werden“, um die Blätter bis zur Kampagne nicht ungeschützt zu lassen.

„Die Rüben haben gut aufgeholt“, ist dem Ernte-Duo schon den ganzen Tag über aufgefallen, wobei der Umfang des Zuwachses beide „positiv überrascht“ hat. Dieses Gefühl untermauert einen Tag später ihr Chef Heinz Leipertz, Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung, mit den entsprechenden Zahlen aus dem Rübenlabor.

„Damit hätten selbst die Optimisten nicht gerechnet“, interpretiert Leipertz die aktuellen Werte. Nachdem vor vier Wochen die Aussichten noch verhalten positiv ausgefallen seien, könne für das gut 17.000 Hektar große Anbaugebiet im Bereich der Jülicher Zuckerfabrik der höchste wöchentliche Ertragszuwachs konstatiert werden.

Leipertz führt das auf die geringer gewordenen Niederschläge zurück, die im Zusammenspiel mit den sommerlichen Temperaturen und den großen Wasservorräten im Boden das Wachstum der Mittelmeerpflanze angeregt haben. Der Zuckergehalt sei mit knapp 15,5 zwar noch leicht unterdurchschnittlich, doch auch für die kommenden Wochen „stehen die Zeichen auf Wachstum“, sei auch beim Zuckergehalt das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.

„Die Zuckerrüben werden ein gutes Wachstum haben, den Fünf-Jahres-Schnitt erreichen und übersteigen“, sagt er insgesamt eine Durchschnittsernte voraus.

Die Rübenkampagne startet laut Leipertz im gesamten Rheinland am Mittwoch, 14. September. „Ich gehe davon aus, dass wir noch vor dem Jahresende fertig werden“, legt er sich weiter fest. Nachdem die Landwirte im laufenden Jahr „Katastrophenerträge gewohnt“ seien, erweise sich einmal mehr die Rübe als „stabile Frucht im Feld“. Vor dem Auslaufen der Zuckermarktordnung gilt das auch für die Preise.

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