Privates Engagement eines Hottorfer Unternehmers verpufft

Von: ojo
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Walter Peters mahlen die Mühlen des Verwaltungsapparates zu langsam. Er erwartet eine Reaktion auf sein Hilfsangebot.

Hottorf. Dass der private Wohnungsmarkt eingebunden wird, wenn es darum geht, den Kommunen zugewiesene Flüchtlinge und Asylsuchende unterzubringen, ist längst praktizierte Wirklichkeit. In Linnich beispielsweise bietet die Wohnsiedlung an der Schillerstraße eine solche Möglichkeit, über die manche Kommune glücklich wäre.

Letzteres gilt vielleicht auch für privates Engagement wie das von Walter Peters. Der Geschäftsmann aus Hottorf ist bereits im November 2014 an die Stadt herangetreten mit einem ungewöhnlichen Angebot. Er wäre bereit, einen Altbau so umzubauen, dass dort Raum für 15 bis 18 Asylbewerber geschaffen werden könnte. Das könne er allerdings nur, wenn das Mietverhältnis über einen längeren Zeitraum als ein paar Monate gesichert sei. Denn bei einem so speziellen Umbau – „Zimmer für ein bis zwei Personen, sanitäre Einrichtungen in jedem der drei Stockwerke sowie Gemeinschaftsküche und einen zentralen Aufenthaltsraum“ – sollten schon „zwei, drei Jahre“ an Mietsicherheit bestehen, wären seine Vorstellungen.

Die Offerte unterlegt Peters mit einer Besonderheit. Er und seine Mitarbeiter seien bereit, umgerechnet pro Woche einen Arbeitstag für die Betreuung der Flüchtlinge zu opfern. Er habe zwei Muslime in seiner Firma, die sich etwa mit arabisch sprechenden Menschen verständigen könnten. „Den Menschen ist mit einem Dach überm Kopf allein nicht gedient. Sie brauchen Hilfe beim Arztbesuch, bei Verwaltungsangelegenheiten oder bei Einkauf. Das würden wir übernehmen.“

Die Idee hat der Hottorfer Geschäftsmann sowohl den Sachbearbeitern in der Stadt Linnich und der Gemeinde Titz vorgetragen. „Denen mache ich keinen Vorwurf. Aber von entscheidender Stelle habe ich bis heute nichts gehört.“ Es sei überaus ärgerlich, „wenn private Initiative kommt, dass man dann vor Gummiwände läuft“, sagt Peters. Er hätte zumindest eine Reaktion der Verwaltungsspitzen in Titz und Linnich erwartet. Auch als Kreistagsabgeordneter der AfD habe er die stärkere Einbindung von privaten Initiativen bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik propagiert. Mit ähnlichem „Erfolg“.

Verworfen ist das Angebot Peters‘ nicht, sagt Linnichs Beigeordneter Hans-Josef Corsten. Generell sei die Stadt eher an einer zentralen Unterbringung interessiert. Allein schon wegen der einfacheren Betreuung. Alle Fragen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen werden derzeit in erster Linie von Stefan Helm behandelt. Dass im Übergangsheim Gevenich mit Oumarou Abdou ein Mann nach dem Rechten sieht, der seit fast 15 Jahren in dem Heim lebt und einen fast schon Völker-verbindenden Einfluss auf die dort lebenden 68 Männer aus unterschiedlichsten Nationen hat, ist für die Stadt und Stefan Helm ein unschätzbarer Glücksfall.

Lägen die Standorte der Unterkünfte über die Dörfer verteilt, wäre eine sinnvolle Betreuung so nicht zu leisten. Was eine Entscheidung über ein Angebot wie das von Walter Peters so schwierig mache, so Corsten, sei die Ungewissheit, wie sich die Flüchtlingsproblematik entwickelt. Ob sie die Stadt noch überrollt wird – die Antwort verweigert selbst die Glaskugel.

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