Prikkers Kreuzigungszyklus erstrahlt in Linnich

Von: Kr.
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Stolz präsentiert Dr. Myriam Wierschowski den Kreuzigungszyklus von Johan Thorn Prikker. Diese Schenkung sieht sie als großes Kompliment für ihr Haus und Beweis für gute Arbeit. Foto: Kròl

Linnich. „Wir sind sehr glücklich, dass wir diese Schenkung erhalten haben. Es ist eine große Auszeichnung für unser Haus“, strahlt Dr. Myriam Wierschowski, Direktorin des Deutschen Glasmalerei Museums Linnich. Ihre Einrichtung ist um drei Scheiben des aus den Niederlanden stammenden Künstlers Johan Thorn Prikker reicher, der als Revolutionär der Glasmalerei Anfang des 20. Jahrhunderts gilt.

Sein Kreuzigungszyklus „Mein Gott, mein Gott warum hast Du mich verlassen“, „Vater in Deine Hände empfehle ich meinen Geist“ und „Es ist vollbracht“ stammt aus dem Privatbesitz von Dr. Rainer und Roswitha Metzendorf und war in ihrem Haus seit über 30 Jahren Glanz- und Blickpunkt im so genannten Musikzimmer. Von seinem Großvater Georg Metzendorf, der diesen Zyklus für das Mooshäusl, sein Domizil in Bischofswiesen, von Prikker fertigen ließ, hatte er dieses Kunstwerk geerbt.

Nun zu seinem 75. Geburtstag wollte er es in sichere Hände geben, um diesen Schatz dauerhaft zu bewahren. Über drei Jahre hatten die Gespräche mit dem Deutschen Glasmalerei Museum gedauert, bis die Schenkung in trockenen Tüchern war, denn einige Bedingungen hatte Metzendorf daran geknüpft. So sollten die Scheiben, die in den für Prikker charakteristischen leuchtenden Farben gehalten sind, im Tageslicht zu betrachten sein. Dies konnte in Linnich gewährleistet werden.

Zudem wurde eine seitliche Beleuchtung angebracht, um die Kunstwerke auch in der dunklen Jahreszeit ins rechte Licht zu rücken. Zusätzlich konnte die Familie zu den Kunstwerken auch den kompletten Schriftverkehr zwischen Prikker, Georg Metzendorf und Gottfried Heinersdorff, Mitinhaber der ausführenden Vereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei in Berlin durch den 2. Weltkrieg retten. Diese Korrespondenz sowie die die Entstehungsgeschichte der Arbeiten und das Leben und Wirken Prikkers sowie des Architekten Georg Metzendorf sollten in einer Broschüre zusammengefasst werden.

Dr. Myriam Wierschowski sowie Dr. Rainer Metzendorf, der auch als Biograf seines Großvaters tätig war, und Katharina Erling, die bereits ihre Dissertation über Prikker verfasste, lieferten darin ihre Beiträge, die bei der Präsentation der Schenkung am heutigen Samstag, 19. November, um 16 Uhr ebenfalls vorgestellt wird. Sie ist für 10 Euro im Museum erhältlich.

Mit dem Kreuzigungszyklus, der nun seinen festen Platz im Museum hat, einer Zweitausgabe der „Geburt Christi“, die dem Museum erst kürzlich als Dauerleihgabe übergeben wurde, einem Karton zur Grablegung sowie einem Ornamentfenster verfügt das Linnicher Museum über einen wahren Schatz und kann von der frühen bis zur späteren Phase Einblick in das Werk des Künstlers und seiner Entwicklung geben.

„Wie kein Zweiter hat Prikker die Glasmalkunst neu erfunden. Er begann wieder damit, mit Glas zu malen statt wie viele Künstler vor ihm auf Glas zu malen. Mit Prikker begann die moderne Glasmalerei“, erklärt Dr. Myriam Wierschowski. Für sie ist es natürlich etwas ganz Besonderes, diese Scheiben zeigen zu können, die der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich waren.

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