Premiere für „Jülich live“: Gut besucht, teilweise sogar überlaufen

Von: ptj
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Heiß begehrt: Der Steel-Pan-Virtuose „Tippaman“ mit seinem „Caribbean Express“ in der Café-Rösterei „Beans & Friends“. Foto: Jagodzinska
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Vollkommen überfüllt: Im Café Bistro „Top Ten“ war es schwierig, überhaupt bis zur Band „Anymore“ vorzudringen.

Jülich. Als absoluter Renner erwies sich die Premiere „Jülich live“, das Kneipenfestival mit zehn spielfreudigen Livebands in zehn Lokalen im gesamten Jülicher Stadtgebiet. Alle teilnehmenden Gaststätten waren mindestens gut gefüllt, die meisten brechend voll.

„Die Resonanz ist natürlich super“, sagte etwa Stefan Boermann, Pächter des Bistro-Cafés „Top Ten“. Damit habe er nicht gerechnet. Im Gegenteil hatte ihm der schleppend angelaufene Vorverkauf Magenschmerzen bereitet. „Dass in Jülich überhaupt sowas gemacht wird“, fanden Moni und Peter Dolfus „Klasse“, die wie viele Besucher die kürzeren Strecken von Lokal zu Lokal zu Fuß zurücklegten. Den Reiz des Events machte die Auswahl der musikalischen Genres im passenden Ambiente der unterschiedlichen Spielorte aus, verbunden mit dem gestaffelten Zeitplan der jeweils vierstündigen Auftrittszeiten.

Eine angenehme Zutat war der Pendelbus, der alle 25 Minuten fünf Haltestellen anfuhr – und nach Bekunden von Busfahrer Andreas Heitmann gut genutzt wurde. Mit kernigen Rock- und Hardrock-Klassikern, aufgemotzt durch rockige und poppige Hits der letzten Jahrzehnte, startete die vierköpfige Party-Rock-Coverband „Encoveree“ in der Gaststätte „Zum Fuchsbau“ in der Großen Rurstraße in die große Nacht der Bands. Solange die Begegnung Bayern gegen Dortmund noch lief, klebten allerdings die Augen vieler Männer immer wieder an den Großbildschirmen. Eine halbe Stunde später spielten die beiden Singer/Songwriter Marian Kuprat und André Haggeney aus dem Ruhrgebiet Acoustic Rock’n Roll und beliebte Coversongs im Café „Sole mio“ am Marktplatz.

Ein angenehmes Accessoire war – besonders für die Raucher – ein beleuchtetes rotes Außenzelt mit aufgestellten Kerzen. In der Gloria-Schänke an der Stadthalle hörte man wiederum 30 Minuten später den Rockabilly-Sound des Trios „Lucky 13“ aus Ludwigsburg, mal garagig schleppend, mal surfig twangend, und fetzigen Rock’n Roll aus den 50ern. Gleichzeitig rockten die Bands im KuBa und im „Top Ten“ in der Bongardstraße los. Die energiegeladenen fünf Aachener „Legion Ghost“, die sich aus der Band „Koroded“ formiert haben, überzeugten in der KuBa-Kneipe mit kompromisslosem Metal mit ultrabrutalen Riffs zu bittersüßen Melodien und wilden Liveshows. „Hier ist es heute wie am Bahnhof“, kommentierte Jenny Lorbach die umherziehenden Menschen. Mit einem abwechslungsreichen Mix aus kultigen Pop-/Rocksongs und Titeln aus den aktuellen Charts brachte das Quintett „Anymore“ vom Niederrhein Stimmung ins „Top Ten“.

Auf der Straße stehen

Das Café Bistro war allerdings dermaßen überfüllt, dass die Besucher Schwierigkeiten hatten, überhaupt bis zur Band vorzudringen. An mehreren anderen Stellen äußerten Besucher ihren Unmut, weil sie trotz Eintrittskarte vor den Türen stehenbleiben mussten.

Eine Stunde später gingen gleichzeitig drei Bands an den Start. Der aus der Karibik stammende und in Köln wohnende „Steel-Pan“-Virtuose „Tippaman“ brachte mit seiner Band „Caribbean Express“ Reggae und karibische Musik in die ebenfalls vollkommen überfüllte Kaffeerösterei „Beans & Friends“ in der Aachener Straße. Hier hatten die auf der Straße stehenden Gäste den Vorteil, nicht nur die Musik von draußen hören zu können, sondern die Band auch durch die Glasscheibe zu sehen. Derweil brachte das Quartett „Wohnzimmer Soul“ mit akustisch neu interpretierten Hits aus Soul, Pop und Rock sein Publikum im dicht besetzten „Liebevoll“ in Wallung.

Eigenkompositionen und populäre Titel aus Spanien und Italien ließ der in den Niederlanden lebende serbische Gitarrenvirtuose Radomir Vasiljevi im Steakhaus „El Toro“ auf der Großen Rurstraße erklingen. Hier ergab sich eher ein gemütliches Bild, weil die meisten Gäste die Gelegenheit nutzten, warmes Essen zu bestellen, während sie der Musik lauschten. Im handgemachten „unplugged-Sound“ spielten „Ohne Filter“ aus Neuwied mit vier Stimmen, Rhythmus- und Solo-Gitarre, Bass und leisem Schlagzeug frische und mutige Arrangements der Beatles, Stones oder Eagles im „Careba ohne Gleichen“. Den letzten Auftritt hatte die in der Region schon sehr bekannte Party-Cover-Band „Fahrerflucht“ gebucht. Bis in die Nacht hinein brachte sie mit ihrer unplugged-Besetzung mit viel Spielfreude echte Partystimmung ins Café „Cortès“.

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