Premiere bei Lazarus Strohmanus: Ein Orden mit zwei Namen

Von: ptj
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Ein Novum bei der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus: Der neue Ordensträger Thomas Gissler-Weber reitet auf einem Holzschimmel ein – zur Freude der Mitglieder. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Mit dem Precken des Lazarus vor seiner Haustüre“ wuchs er auf, der 53. Hexenturmordensträger Thomas Gissler-Weber. Eine Tatsache verbindet ihn besonders mit dem Laudator und letztjährigen Träger des Hexenturmordens, Ulrich Leuffer.

Beide haben oder hatten im Jahr ihrer Ordensverleihung am Veilchendienstag, dem höchsten Feiertag der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus, Geburtstag. „Gibt es etwas Schöneres, als an seinem Geburtstag mit einem großen Umzug geehrt zu werden?“, lautete die rhetorische Frage des Laudators, der allerdings „kein Mann der großen Worte“ sei.

Der Geehrte, seit 1983 im europaweit agierenden Unternehmen Gissler & Pass in leitender Funktion tätig, wurde 1962 in Jülich im Sternzeichen des Wassermanns geboren. Passenderweise treibt Gissler-Weber gerne (Wasser)sport. Beim Segeln ist es ihm wichtig, „seinen eingeschlagenen Kurs beizubehalten“. Er liebt aber auch ein oder mehrere „Aqua Vitae“ in heiterer geselliger Runde und gibt dabei gerne Anekdötchen preis.

Der Geehrte spielt gerne Tennis, erprobte sich im Golf und schwärmt vom Polo. Auf die Frage nach dem Standort seines Pferdes habe er schlagfertig gekontert: „Wie, braucht man denn dazu auch Pferde?“ Passend zur Anekdote ritt er zur gelungenen Überraschung vor seiner Ehrung auf einem großen Holzschimmel in den Kreis der Lazarusbrüder ein, versammelt im Saal im Hotel Kaiserhof.

Unikat der Unikate

Seit 1996 ist er Senatsmitglieder beim Ulk, seit 2002 Senatspräsident. Sein Vater, Dr. Richard Gissler-Weber, wurde schon 1969 mit dem Hexenturmorden ausgezeichnet. Gissler-Weber junior trägt seit 2009 die Ehrenmütze des Lazarus. Sein Hexenturmorden ist ein „Unikat der Unikate“: Er trägt den Orden seines Vaters weiter, in den, erstmalig in der Geschichte der Historischen Gesellschaft, die Namen von Vater und Sohn eingraviert sind, verbunden mit dem Jahr ihrer Ordensverleihung. Gerne glaubt man Thomas Gissler-Weber, welche große Ehre und Freude ihm die Auszeichnung bedeutet.

Die traditionelle Mitgliederversammlung der Historischen Gesellschaft, in deren Rahmen die feierliche Ordensverleihung stattfindet, würzte Präsident Heinrich Ningelgen erneut mit seinem augenzwinkernden Klaaf. Später wurde traditionell das Nationallied angestimmt, und die versammelte Gesellschaft wurde feierlich vereidigt. Die Brüder sprachen, sich feierlich an den Händen haltend, die von Präsident Heinrich Ningelgen vorformulierte Formel nach: „Ich schwöre un jelobe, dich Lazarus Strohmanus am Fastelovendsdienstag durch die Stroße de Stadt Jülich ze drare on ze werfe, wie et sich für ene anständije Bürjer eignet on jebührt.“ Das bezeichnende „dreimol jod Preck“ bekräftigte diesen Eid.

Nach dem fröhlichen Auftritt des Jülicher Kinderdreigestirns mit Vorstand und Gefolge verlieh Ningelgen dem Inhaber des Irish Pub in Jülich, Ross Lynch, eine Ehrenkappe. Ihm zu Ehren wurde sogar das „Lied der Iren“ eingespielt. Eine weitere Auszeichnung ist schon vorbereitet: Rainer Peters, Inhaber der Fischbratstube, hat 50 Jahre lang der Historischen Gesellschaft am Aschermittwoch Fisch spendiert. Nun zieht er sich aus dem Geschäft zurück und verdient es, am Veilchendienstag während des Umzuges der Lazarusbrüder diese Urkunde ausgehändigt zu bekommen.

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