Preisstruktur beim Jülicher Trinkwasser verändert sich

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Hände unter einem Wasserhahn mit fließendem Wasser Wash, OneTelefonHand Hands under a Tap with running Water Wash One S Hand

Jülich. Die Stadtwerke Jülich ändern nach eigenen Angaben zum 1. Januar 2016 ihre Wasserpreis-Struktur, „weil sich die Rahmenbedingungen verändert haben“. Zusammengefasst: Die meisten Mieter zahlen künftig weniger, Einfamilienhausbesitzer mehr.

„Die bisherige Wasserpreis-Struktur ist nahezu 40 Jahre alt. In der Zeit hat sich viel verändert“, erläutert Rainer Derichs, Kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Jülich (SWJ). „Das war der Grund, warum wir unser Berechnungsmodell überprüft haben.“

Die vor Jahrzehnten zugrunde gelegten demografischen Daten treffen heute ebenso wenig zu wie die damals kalkulierten Mengen. „Wir werden heute mit geändertem Nutzungsverhalten und rückläufigen Verbräuchen konfrontiert“, sagt Dr. Hildegard Hoecker, Leiterin des SWJ-Shared Services. „Die stark rückläufige Entwicklung des Pro-Kopf-Verbrauchs führt zu einer Nicht-Auslastung von Teilen des Wassernetzes und damit zu erhöhten Instandhaltungskosten.“

In den 1970er Jahren entschied man sich für eine Berechnung, die in einen „Grundpreis“ und einen „Arbeitspreis“ aufgeteilt war. Mit dem „Grundpreis“ wurde ein monatlich fester Preis für die Instandhaltung des Wassernetzes und die Kosten für die Förderung berechnet. Der „Arbeitspreis“ war verbrauchsbezogen. Dieses Modell, basierend auf Wohneinheiten, wurde für Privat-Haushalte und Gewerbekunden angewandt.

Bei der Systemüberprüfung ließen sich die SWJ von externen Fachleuten beraten. Künftig gibt es ein Zwei-Säulen-Modell: eine Berechnung des Systempreises – analog des alten Grundpreises nach Wohneinheiten bei privaten Haushalten – und einer Berechnung des Systempreises nach Verbrauchsgruppen bei Nicht-Haushaltskunden (wie Krankenhäuser und Gewerbekunden). Der Arbeitspreis pro Kubikmeter sinkt leicht und bleibt für alle einheitlich.

„Unser Ziel dabei war es, das neue Wasserpreis-System erlösneutral zu gestalten“, so Rainer Derichs. Bei den Haushalten habe sich die Berechnung des Systempreises nach Wohneinheiten als sinnvoll bestätigt. Der Wasserverbrauch wird aus dem „Arbeitspreis“ für die bezogene Wassermenge in Kubikmeter und dem zugehörigen „Systempreis“ berechnet.

Der „Systempreis“ löst den „Grundpreis“ ab. Er dient der Deckung der Infrastrukturkosten. Dabei sinke der Systempreis, je mehr Wohnungen in einem Haus vorhanden sind. Für Haushalte in Einfamilienhäusern bedeutet das: Durchschnittlich zahlen sie künftig 16 Euro im Jahr mehr. Durchschnittliche Haushalte in Mehrfamilienhäusern werden entlastet.

Bei Nicht-Haushalten und Gewerbekunden wird es ab Januar eine Veränderung der Berechnung des Systempreises geben. Dieser ist abhängig von der Höhe des Wasserverbrauchs des Gewerbekunden. Hier zahle nur derjenige einen hohen Systempreis, der durch einen hohen Verbrauch auch die Dimensionierung des Wassernetzes und die Vorhalteleistung deutlich beeinflusse. Kunden, die große Flächen bewirtschaften, aber wenig Wasser benötigen, sollen deutliche Ersparnisse haben.

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