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Praktikum in Maastricht: „Jülicher Schüler haben gute Manieren“

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Zufrieden war Teammanagerin von „Bijenkorf“, Mireille Rasking, mit den Schülerinnen Vanessa Emmerich und Franziska Zensen; rechts Lehrerin Nicole De Bus. Foto: Privat
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Vanessa Emmerich hat in ihrem Praktikum gelernt, auch unfreundlichen Kunden gegenüber freundlich zu bleiben. Foto: Privat

Jülich. Für 20 Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Höheren Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung am Berufskolleg (BK) Jülich waren es spannende Wochen: Sie haben ihr Euregiokompetenzpraktikum in verschiedenen Betrieben in Maastricht/Niederlande absolviert und dort auch drei Wochen lang gewohnt.

Auch wenn die Niederlande kein wirklich exotisches Ziel darstellen und Maastricht ja in weniger als einer Stunde zu erreichen ist, ist das Arbeiten und Leben doch ganz anders als diesseits der Grenze, stellten die Schüler fest.

Schön sei es in Maastricht, so der erste Eindruck der Schüler. Ihre Unterkunft, ein Hostel direkt im Herzen der Altstadt direkt am Ufer der Maas, könnte auch wirklich nicht besser gelegen sein. Das macht auch den Platzmangel in den Mehrbettzimmern wett. Finanziert wird dieses Projekt mit Mitteln der Europäischen Union.

Zwei Schuljahre lang lernen die Schüler, die sich für diese Zusatzqualifikation entschieden haben, im Unterricht Niederländisch. Schwerpunkte des Unterrichts sind Alltagssituationen und Kundengespräche. Zusätzlich erwerben sie in den Fächern Politik und Volkswirtschaftslehre Kenntnisse über das Leben und Arbeiten in den Nachbarländern. Schließlich ist die Euregio auch ein potenzieller späterer Arbeitsmarkt.

Höhepunkt der Schulzeit

Das Praktikum stellt sicher den Höhepunkt ihrer Schulzeit am BK Jülich dar. Dabei sind sie aber nicht auf sich alleine gestellt. Die Schule organisiert den Kontakt zu den Praktikumsbetrieben, die überwiegend dem Einzelhandel zuzuordnen sind, wo sehr viele Sprachanlässe dafür sorgen, dass die Sprachkenntnisse sich schnell verbessern.

Klassenlehrerin Veronica Müller, Niederländischlehrerin Nicole De Bus und Religionslehrerin Elke Wenzel betreuten und begleiteten Schüler auch in diesem Jahr.

Dennoch sind die ersten Tage ganz schön hart. Auch wenn man relativ schnell Niederländisch versteht, da die Sprache dem Deutschen sehr ähnlich ist, so kann doch keine Rede davon sein, dass die Praktikanten (auf Niederländisch übrigens ,,stagiairs“) im zweiten Jahr des Fremdsprachenunterrichts die Sprache beherrschen. Aber mit einem freundlichen Lächeln und manchmal auch dem Einsatz von Händen und Füßen werden Kunden bedient, Kinder im Kindergarten betreut und Waren einsortiert.

Geschätzte Pünktlichkeit

Positive Rückmeldungen geben durchweg alle niederländischen Praktikumsbetreuer den Jülicher Lehrern anlässlich der Praktikumsbesuche. Mireille Rasking ist Teammanagerin im zentral gelegenen, eleganten Kaufhaus ,,De Bijenkorf“, ein Betrieb, der von Anfang an als ausländischer Partner mit dabei war: ,,Wir arbeiten gerne mit deutschen Praktikanten. Die Jülicher Schüler sind pünktlich und haben gute Manieren. Sie bemühen sich sehr, sich bei uns zu integrieren und zeigen einen tollen Arbeitseinsatz. Davon könnte sich so mancher niederländische Schüler etwas abschneiden. Auch nächstes Jahr bieten wir gerne wieder den Schülern aus Jülich die Möglichkeit, bei uns ein Praktikum im Rahmen der Euregiokompetenz zu absolvieren.“

Nicht nur von den Betrieben, auch von den Praktikantinnen und Praktikanten gibt es positive Rückmeldungen. Franziska Zensen, die das Praktikum bei ,,De Bijenkorf“ absolvierte, berichtet: „Mir hat die Arbeit großen Spaß gemacht, jedoch gab es manchmal auch sehr komische Situationen für mich: ‚Nee, sorry, ik ben stagiaire!‘, war ein häufig benutzter Satz von mir bei der Arbeit. Dabei habe ich festgestellt, wie viel freundlicher und lockerer die Niederländer als die Deutschen sind. Außer dem Betrieb hat mir auch die Stadt Maastricht sehr gut gefallen.“

Alle duzen sich

Vanessa Emmerich, ebenfalls Praktikantin in „De Bijenkorf“, berichtet: ,,Im Praktikum ist mir aufgefallen, wie offen Niederländer sind und dass sich dort alle duzen, egal ob Chef und Mitarbeiter, Kunden und Verkäufer. In den Niederlanden steht der Chef nicht über seinen Mitarbeitern, sondern packt tatkräftig mit an. Mir fällt es recht schwer, zu lächeln, wenn ein Kunde unfreundlich zu mir ist, jedoch habe ich genau dies dort gelernt.“

Jülich gehört zur Region Aachen, die eine der fünf Partnerregionen der Euregio Maas-Rhein darstellt. Viele Betriebe sind an Mitarbeitern interessiert, die niederländische Sprachkenntnisse und Auslandserfahrungen vorweisen können, da Unternehmen in den beiden Nachbarländern Niederlande und Belgien wichtige Handelspartner sind.

Für viele Schülerinnen und Schüler also eine Zusatzqualifikation, auf die sie nicht verzichten wollen. Dass diese sich lohnt, zeigt die Rückmeldung der Abschlussjahrgänge. Ihren Sprachkenntnissen und Auslandserfahrungen verdanken hier viele ihre Ausbildung in Unternehmen wie Speditionen oder Groß- und Außenhandelsbetrieben. So viel positive Erfahrung spricht sich herum. Auch nächstes Jahr werden wieder Jülicher Schüler für drei Wochen ihre Taschen packen.

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