Prächtiges Bühnenspiel um Leben, Liebe und Tod

Von: ptj
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Die Spannung steigt: Prinz Kal
Die Spannung steigt: Prinz Kalaf (Sascha Thamm, kniend) scheint die Lösung der dritten Frage nicht zu wissen. Foto: Jagodzinska

Jülich. Eine tolle Aufführung des tragikomischen Märchens „Turandot” legte der Literaturkurs 12 des Gymnasiums Zitadelle auf die Bühnenbretter der Jülicher Stadthalle. Eine Schlüsselrolle in dem Stück von Carlo Gozzi spielt neben der Hauptdarstellerin Turandot (Lea Franken) ihre Ahnin Lou Ling, die bereits im ersten Akt grausam ermordet wird.

Die Verblichene geistert weiterhin durch das Unterbewusstsein der chinesischen Prinzessin, die sich aus Rache entschließt, jeden Bewerber um ihre Hand köpfen zu lassen, kann er ihre Fragen nicht beantworten. „So schön als weise und unendlich grausam” beschreibt Barak (Fabian Engels) die Prinzessin seinem Freund, dem Tatarenprinzen Kalaf (Sascha Thamm), als sie sich plötzlich vor den Stadttoren Pekings wiedertreffen.

Doch schon gerät Kalaf in den Bann der eiskalten Turandot, jede Warnung ist vergeblich. Er tritt als Bewerber vor die Kaiserin Altouma (Lisa Schüttert), die „nicht für Grausamkeiten geschaffen ist”, doch ihre Tochter liebt. Altouma will ihm die Gnade gewähren, seinen Antrag zurückzuziehen, doch der Prinz betont: „Tod oder Turandot, von beiden eines, ein Drittes nicht.”

Beim Anblick Kalafs spürt Turandot ihre Zuneigung, was bei keinem Bewerber zuvor der Fall war. Doch sie will hart bleiben und stellt Kalaf ihre drei Rätsel. Kalaf findet aber deren Lösung: Im „Phantom, das jede Nacht neu geboren wird und jeden Tag wieder erstirbt” entdeckt er die Hoffnung. „Lodernd gleich der Flamme, es flackert und schmachtet” ist das Blut.

Des dritten Rätsels Lösung ist Turandot selbst, deren Eis nun Kalaf „mit seinem Feuer tauen” will. Turandots Entsetzen über ihre Niederlage ist so groß, dass sie lieber sterben als Kalaf heiraten will. Dieser wiederum verhindert ihren Freitod. Weil er sie nicht zur Heirat zwingen will, stellt er ihr seinerseits ein Rätsel. Nennt sie bis morgen seinen Namen und den seines Vaters, will er sich zurückziehen.

Der schillernd bunte und von sich selbst überzeugte Ober-Eunuche Truffaldino (Daria Jaegers) findet die Lösung, lässt sich aber von Adelma (Jessika Bauer), die Kalaf liebt und Turandots unfreie Vertraute ist, bestechen, sie nicht preiszugeben. Adelma selbst nennt der Prinzessin den Namen als Preis für ihre Freiheit. Voller Genugtuung verkündet Turandot am nächsten Tag Kalafs Namen und den seines Vaters. Als sich der Prinz wie versprochen zurückziehen will, gesteht sie ihm ihre Liebe.

Es wird Hochzeit gefeiert, der Hofstaat tanzt, doch in der letzten Szene geistert wieder Ahnin Lou Ling mit blutbeflecktem Hals über die Bühne, die frisch Vermählten schrecken voreinander zurück und der Vorhang fällt. Die Inszenierung zeichnete sich durch klasse Laienschauspieler, eine tolle Bühnenkulisse und farbenprächtige Kostüme aus. Trotz der nur verhältnismäßig kurzen Aufführung und abrupt offenem Ende war die tolle Vorführung ein viel beklatschtes Erlebnis.
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