Jülich - Positive Jahresbilanz der Feuerwehr dank Rauchmelderpflicht

Positive Jahresbilanz der Feuerwehr dank Rauchmelderpflicht

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Da ist das Ding: Swen Henseler zeigt einen Rauchmelder. Seit einem Jahr sind die Melder Pflicht in Häusern und Wohnungen.
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Im Schnitt einmal im Monat rückt die Jülicher Feuerwehr zum Gästehaus des Forschungszentrums aus, weil die Brandmeldeanlage anschlägt. Fast immer handelt es sich um Fehlalarm. Foto: Jansen

Jülich. Vor fast genau einem Jahr, zum 1. Januar 2017, sind Rauchmelder Pflicht in Gebäuden geworden, in denen Menschen schlafen. So soll die häufigste Todesursache bei einem Brand ausgeschlossen werden. Die meisten Menschen ersticken wegen des Rauchs im Schlaf. Seit Rauchmelder Pflicht sind, ist die Zahl der Einsätze für die Feuerwehr gestiegen – auch die der Fehlalarme.

Trotzdem fällt die Feuerwehr-Bilanz nach fast einem Jahr eindeutig positiv aus. „Die Rauchmelder haben einfach den großen Vorteil, dass die Menschen sich oft noch frühzeitig retten können“, berichtet Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar von den ersten Erfahrungen, die die Wehren im Kreis gesammelt haben. „Es ist einfach ein Vorteil, dass die Menschen schon in Sicherheit sind und wir sie nicht erst retten müssen“, erklärte Eismar weiter. „Da rücke ich lieber einmal vergebens aus.“ Wie das Verhältnis von vom Rauchmelder verursachten Fehlalarmen zu berechtigten Alarmen ist, kann Eismar derzeit nicht sagen. Die Auswertung läuft noch.

Das positive Fazit bestätigt Swen Henseler, Zugführer und einer der wenigen hauptamtlichen Kräfte bei der Feuerwehr Jülich. Den positiven Effekt, dass die Bewohner bereits in Sicherheit waren, haben auch die Jülicher schon gehabt. Zehn Einsätze habe es auf Stadtgebiet bisher 2017 gegeben, weil der Rauchmelder laut gegeben hat. Im Vorjahr gab es keinen. „Da waren auch Fehlalarme dabei. Aber uns ist es wegen der Rauchmelder auch schon gelungen, Brände noch im Keim zu ersticken“, sagt Henseler. Fehlalarme passierten, weil die Rauchmelder oder die Brandmeldeanlagen in den Gebäuden entweder eine Fehlfunktion hätten oder empfindlich eingestellt seien.

Bestes Beispiel dafür sei das Gästehaus des Forschungszentrums an der Münchener Straße. Bis Anfang Dezember verzeichnete die Jülicher Feuerwehr elf Alarmierungen, bei denen sich am Ende immer herausstellte, dass es kein Feuer gab, sondern möglicherweise nur ein auf der Herdplatte vergessenes, qualmendes Essen. Die Brandmeldeanlage des Hochhauses schlägt dann an. „Es ist schon häufiger vorgekommen, dass einer der Gäste dann unten am Eingang stand und uns gesagt hat, dass sein Essen angebrannt ist.“ Der Einsatz bedeutet dann viel Eile um nichts und wird abgebrochen. „Wir müssen schließlich nicht dabei helfen, die Wohnung zu lüften“, erklärt Henseler.

Trotzdem rückt die Jülicher Feuerwehr jedes Mal mit voller Kapelle aus, auch wenn es heißt: Brandmeldealarm an der Münchener Straße. „Natürlich hast du im Hinterkopf, dass der Einsatz wahrscheinlich wieder abgebrochen wird. Aber es gelten dieselben Standards wie immer“, schildert Henseler. Der Gedanke im Hinterkopf fährt auch mit, wenn die Jülicher in Richtung Titz ausrücken, wenn der Alarm aus einem Industriegebiet in Amlen kommt. Jülich hilft dann mit der Drehleiter bei der Titzer Feuerwehr aus.

Henseler rät in Sachen Rauchmelder zu zwei Dingen: Alle, die in ihrem Haus oder ihrer Wohnung noch keine installiert haben, sollten schnell nachrüsten. Schließlich gehe es um die eigene Sicherheit. Und man sollte die Rauchmelder regelmäßig überprüfen. „Normalerweise melden sie sich von selbst, wenn die Batterie zu Neige geht. Trotzdem schadet eine Kontrolle nicht“, sagt der Jülicher Feuerwehrmann.

Kontrolliert wird die Rauchmelderpflicht nicht. „Man sollte aber auch im Hinterkopf haben, dass Versicherungen möglicherweise nicht zahlen, wenn sich nach einem Feuer herausstellt, dass in dem Haus oder in der Wohnung keine Rauchmelder installiert waren“, merkt Henseler an.

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