Polit-Talk: Einigkeit auf überraschend vielen Feldern

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
7678839.jpg
Die Sprecher der Parteien standen den Bürgern in der Aula der Linnicher Realschule Rede und Antwort: Hans Willi Dohmen (v.l.), Dr. Klaus Selter, Cato Hilfert, Sascha Zuther, Marion Schunck-Zenker und Hartmut Mandelartz. Foto: Kròl

Linnich. Die Probleme sind erkannt und man war sich einig, dass nur alle Fraktionen gemeinsam im Linnicher Rat etwas für die Stadt bewegt werden können. Dies war unter dem Strich das Ergebnis, das bei der Veranstaltung des Stadtmarketing Vereins „Wir in Linnich“ gezogen wurde.

Der Verein hatte kurz vor den Kommunalwahlen alle Parteien in die Aula der Linnicher Realschule eingeladen, sich der Öffentlichkeit zu stellen, ihr Programm für die nächsten sechs Jahre vorzustellen, ihre Hoffnungen, Wünsche und Ideen darzulegen. Eine erstaunliche Einigkeit war dabei festzustellen, auch wenn der Weg dahin nicht immer der gleiche ist.

Und so hatte Moderator Uwe Hasler keine Probleme, die Diskussion auf Kurs zu halten, an der sich auch viele Bürger rege beteiligten. Es sei nun einmal Fakt, dass der Stadt Linnich aufgrund der prekären Finanzlage, kaum Handlungsspielraum bleibt. Darin waren sich Hans-Willi Dohmen als Vertreter der CDU, Marion Schunck-Zenker Spitzenkandidatin der SPD, Dr. Klaus Selter von der FDP, Hartmut Mandelartz als Vertreter der UWG PKL, Cato Hilfert von den Bündnisgrünen und Sascha Zuther als Vertreter der Piraten einig. Einig waren sie sich auch, dass in Linnich unbedingt etwas geschehen muss. Zehn Minuten standen zunächst den Kandidaten zur Verfügung, um sich, ihre Partei und deren Programm vorzustellen.

Den Anfang machte Hartmut Mandelartz (PKL), der die Förderung des Wirtschaftsstandortes Linnich ganz oben auf seiner Liste hatte. Am Beispiel der Stadt Monheim, die durch die Senkung der Gewerbesteuern mehr Unternehmen angesiedelt hatte und damit eine Entschuldung erreichte, wollte er neue Wege aufzeigen. Marion Schunck-Zenker war es wichtig, mit den Bürgern im Gespräch zu bleiben und in den kommenden sechs Jahren nachhaltige Konzepte zur Stadtentwicklung zu erarbeiten.

Dabei war es ihr wichtig, Stadt und Ortschaften als Einheit zu betrachten. Sicherung der Schullandschaft und der Nahversorgung, Beruhigung der Verkehrssituation in Linnich und endlich das Projekt Stadthalle und Place de Lesquin voranbringen, waren einige ihrer Themen. Sascha Zuther von den Piraten forderte mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung auch bei den Abstimmungen. „Die Bürger haben ein Recht zu erfahren, wie ihre gewählten Vertreter abstimmen“, betonte er.

„Viele Pläne, keine Planung“, meinte Cato Hilfert von den Grünen und plädierte für die Einrichtung einer Zukunftswerkstatt, um auch die Bürger in die Planung zur Stadtentwicklung einzubeziehen. Zudem müsse der Ausbau der Rurstraße vorangebracht werden. Dies müsse fahrrad- und fußgängerfreundlich geschehen. Dr. Klaus Selter (FDP) hatte sich vor allem Gedanken zur Finanzkrise der Stadt gemacht und sah einen Weg zu ihrer Bewältigung in der Beschaffung von Fördergeldern. Er brachte auch das Thema „neues Rathaus“, das im Moment heiß diskutiert wird, auf den Plan. Nötig wäre ein neues Rathaus, darin waren sich die Politiker schon einig, da das alte den Anforderungen nicht mehr entspreche. Aber wie? Diese Frage blieb unbeantwortet, da die Planung erst ganz am Anfang steht.

„Politik mit Augenmaß, Transparenz, Beteiligung der Bürger und eine solide Finanzwirtschaft hat sich die CDU auf die Fahne geschrieben“, sagte Hans-Willi Dohmen. Er selbst kandidiert nicht mehr für den Stadtrat, will aber Linnich wieder im Kreisrat vertreten. Stadtentwicklung, Förderung des Tourismus, Windenergie und etliches mehr waren Themen an diesem Abend. Doch letztlich wurde deutlich, dass keine der Parteien ein schlüssiges Konzept zur Verbesserung der Lage hat. „Wenn wir das hätten, würden wir es auch machen“, meinte Hilfert. Ein Zuhörer meinte allerdings auch: „Ich staune über den Einklang auf dem Podium. Das erleichtert mir zwar nicht die Wahlentscheidung, aber vielleicht lässt sich dadurch die Arbeit des Rates in Zukunft effektiver gestalten.“

Das letzte Wort hatte an diesem Abend Kurt Beaujean, Vorsitzender des Stadtmarketing Vereins. Zufrieden zeigte er sich mit dem Verastaltungsverlauf, freute sich über die rege Teilnahme der Bürger und hofft, dass die Diskussion bei der Wahlentscheidung helfen konnte. „Es ist wichtig, gemeinsame Wege zu gehen, und es war gut zu hören, dass viele Bürger die gleichen Fragen bewegen“, sagte er abschließend.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert