Barmen - Poetry Slam: Schlacht mit geistreichen Worten

Poetry Slam: Schlacht mit geistreichen Worten

Von: mio
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Der Tagessieger Frederik Brumm ist auch auf der Theaterbühne zu Hause und unterlegte seine Texte mit unterschiedlichsten Gesten. Foto: Mira Otto

Barmen. Die Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation Zakk, Düsseldorf regte mit unterschiedlichsten Texten zweier Poeten die zehnte Stufe der Gemeinschaftshauptschule Ruraue (GHS) Jülich zum Nachdenken an. Von brüllenden Lachern bis nachdenklicher Stille war alles dabei.

Unter der Anleitung der Schulleiterin der GHS, Karin Stobbe, und Zakk-Mitarbeiterin Pamela Granderath fand im Schulzentrum ein sogenannter Poetry Slam statt. Eine solche Veranstaltung ist ein Wettbewerb zwischen Autoren, die ihre Texte zu Gehör bringen.

Das Werk, das am meisten das Publikum begeistert, gewinnt. In diesem Fall war der Applaus nach dem Vortrag entscheidungsgebend. Darüber hinaus gibt es bei Poetry Slam drei Regeln: Jeder Text darf nicht länger als sechs Minuten sein, Requisiten sind nicht erlaubt, und das Material muss selbst verfasst sein. Insgesamt je vier Erzeugnisse pro „Slammer“ wurden während der poetischen Schlacht von den beiden Wettstreitern vorgetragen.

Den Beginn machte Frederik Brumm. Dazu sagte er: „Ich fahre eher die Comedy-Schiene. Meistens kommen mir meine Ideen in Gesprächen mit Freunden. Bei Wortwitzen zum Beispiel.“ Einer seiner Texte beschäftigte sich mit der Sinnlosigkeit des Lebens, zu dem ihn sein „depressiver Freund“ inspiriert hat. Mit Sätzen wie „Du lebst nur einmal. Gott sei Dank“ oder „Ich erinnere mich an eine Frau mit Flügeln, die auf Zähne stand und sogar Geld dafür bezahlte, die Zahnfee“ zog der junge Germanistikstudent süffisant über die einzelnen Lebensphasen her. Zwischenzeitlich zog er das Fazit: „Es ist wohl ein Wunder, dass wir das Rad vor der Atombombe erfunden haben.“

Konträr dazu wurde es bei der zweiten Teilnehmerin, Lena Borgards, eher ruhig im Saal. In sich gekehrt und gedankenvoll brachte sie unterschiedlichste Themen in die Köpfe der Schüler. Dazu sagte die 15-jährige Qendresa Selimi: „Lenas gefühlvolle Texte waren beeindruckend.“ Auch ihre Freundin Lejla Dudakovic (17) schloss sich dem an und fügte hinzu: „Gerade. dass sie gegen Rassismus gesprochen hat und auch Frederik sich gegen Pegida aussprach, finde ich sehr wichtig.“

Nach der Entscheidung der jubelnden Schüler wurde das Poeten -Battle ganz knapp von Frederik Brumm gewonnen.

„Der Funke ist übergesprungen“, blickte Schulleiterin Stobbe auf das Event zurück und führte fort: „Die lebendige Lesung hat unseren Schülern gezeigt, dass Literatur viele Facetten hat und interessant ist.“ Dies sei für die Leseförderung nicht wegzudenken.

Besonders inspiriert und begeistert war Franziska Eßer (16). „Es ist beeindruckend, dass man sich gleichzeitig so ernst und so lustig ausdrücken und dabei unterschiedlichste Dinge verarbeiten kann.“ Franziska Eßer hat beschlossen selbst solche Texte zu verfassen. Darüber hinaus wird sie sich an den Vortrag der „Slammer“ erinnern, wenn sie ihr nächstes Referat hält.

Kommenden Freitag wird eine ähnliche Lesung für die Stufen acht und neun an der Gemeinschaftshauptschule stattfinden.

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