Linnich - Poensgen ist über Umwege zur Glasmalerei gelangt

Poensgen ist über Umwege zur Glasmalerei gelangt

Von: jago
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Einblicke in sein Leben und Werk gewährte Jochem Poensgen den Ausstellungsbesuchern. Foto: jago

Linnich. Nach der offiziellen Eröffnung der Ausstellung mit Hinterglasmalerei und Glasbildern von Jochem Poensgen im Linnicher Glasmalereimuseum warteten etwa 100 Besucher gespannt auf die vertiefenden Einblicke in Leben und Werk des Künstlers.

Anhand von Lichtbildern beschrieb Poensgen seinen Werdegang, beginnend mit seiner Tätigkeit als Hilfszeichner in einem Architektur-Büro in Duisburg.

Ein Kollege, der gerade das Archtitektur-Diplom erlangt und einen Auftrag angenommen hatte, bat ihn, sich mit einem Entwurf für ein großes Betonglasfenster zu beteiligen. „Ich habe nur gedacht, Glasmalerei, da verstehe ich überhaupt nichts von“, erinnerte sich Poensgen. Dennoch ließ er sich überzeugen, bei der Ausschreibung mitzumachen.

Sein Entwurf wurde zwar nicht angenommen, fiel aber einem befreundeten Priester in die Hände, über den er letztlich das Interesse des Erzdiözesanbaumeisters in Köln weckte. Wenig später wurde ihm über diesen Kontakt der Auftrag zur Gestaltung aller Glasfenster in der St. Marien Kirche in Ratingen-Tiefenbroich angetragen. „Da hatte ich auf einmal Glasmalerei an der Backe“, erzählte Poensgen schmunzelnd und betonte erneut, dass er überhaupt keine Ahnung gehabt und aus seiner Unkenntnis auch keinen Hehl gemacht habe.

Diese Unkenntnis nahm Poensgen als Herausforderung an, die er, wie sich schon bald zeigte, großartig bewältigen sollte. Nach dem Abschluss des ersten Auftrags folgten weitere Arbeiten für Glasfenstergestaltungen in Kirchen und Profanbauten. Als freischaffender Künstler widmete er sich vielen Techniken, auf die er teilweise im Verlauf des Vortrags näher einging. Sehr interessant war die Beschreibung der Um- und Neugestaltung von Räumen oder Fassaden.

Am Beispiel der Klosterkirche in Jerichow verdeutlichte Poensgen die Anwendung seiner minimalistischen Technik. „Darin ging es mir um die Lichtführung, bei der mit verschiedenen Lichtqualitäten der Raum vitalisiert wurde“, beschrieb er seinen Ansatz. Später „hat mich das Thema Figur nicht mehr sonderlich interessiert“, fuhr er fort. Ein im Vortrag gezeigtes Beispiel ist die Fassade von St. Elisabeth in Refrath, ein Architekturelement, das sich beim Abschreiten verändert und sich auf diese Art nach und nach erst erschließt.

„Ich hatte das Gefühl, ich möchte jetzt mal meine Arbeit zusammenfassen, wie in einem Tagebuch in chronologischer Reihenfolge, in der auch Sprünge sichtbar sind“, sagte Jochem Poensgen zum Abschluss. Er betonte, dass er keine Aufträge mehr annehme, um sich intensiv der Hinterglasmalerei widmen zu können, die er 2013 für sich entdeckt hat. Im Glasmalerei-Museum werden viele von Poensgens Bildern der jüngsten Schaffensperiode gezeigt.

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