Podiumsdiskussion zu „Risiko und Chancen von Start-ups in der Region“

Von: ptj
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JU-Bezirksverbandsvorsitzende Marco Johnen (r.) moderiert: Unser Bild zeigt von links Dr. Stephan Binder, Leiter des GO-Bio-Projektes „SenseUp“, Dr. Thomas Drescher, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Dasgip AG, TZJ-Geschäftsführer Carlo Aretz und den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Rachel. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Chancen erkennen und nutzen“, mit diesen knappen Worten brachte Dr. Thomas Drescher, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Dasgip AG, die Laborgeräte und Softwarelösungen herstellt, die Frage nach der Risikobereitschaft bei Existenzgründungen auf den Punkt.

Im Anschluss bot er einen Einblick in den Aufbau seiner Karriere, die er als angestellter Geschäftsführer begann, der „auch Mitinhaber sein wollte“. Daraufhin „überzeugt er einen Gesellschafter, ihm seine Anteile zu verkaufen“ und erwarb die verbliebenen Anteile aus einer Insolvenzmasse.

Anlass war eine Podiumsdiskussion im Technologiezentrum (TZJ) am Bezirkstag der Jungen Union (JU) im Bezirksverbund Aachen, die sich an die Jahreshauptversammlung anschloss. Titel der vom neu gewählten JU-Bezirksverbandsvorsitzenden Marco Johnen moderierten Veranstaltung war „Risiken & Chancen von Start-ups in der Region“.

Drescher hat bereits drei unterschiedliche Unternehmungen gegründet, sie „zum Wachsen gebracht und (gewinnbringend) veräußert“. Die bis 1999 im TZJ ansässige Dasgip AG war die jüngste. Neben ihm am Podiumstisch saß Dr. Stephan Binder, Leiter des GO-Bio-Projektes „SenseUp“ im Forschungszentrum im Rahmen der Bildungsoffensive Biotechnologie. Als notwendige Eigenschaften eines Existenzgründers „in der ganz frühen Phase“ nannte er die Stichworte „Leidenschaft“, den Willen, „die Sache im Kern voranzutreiben“, und „Umtriebigkeit“. „Ich würde mich mehr ärgern, dass ich das nicht probiert habe, als ich mich ärgern würde, einen gewissen Betrag in den Sand gesetzt zu haben“, beantwortete er seinerseits die Frage nach der Risikobereitschaft.

Carlo Aretz, seit 17 Jahren TZJ-Geschäftsführer, der „junge Leute in die Selbstständigkeit begleitet“, hatte in dieser Zeit 184 Unternehmen im Hause. „Fast 100 Unternehmen sind in der Technologie-Region Aachen geblieben. Die Überlebensquote aller Firmen beträgt 96 Prozent. Sie existieren noch oder sind verkauft worden“, gab er einen Überblick. Sein Erfolgsrezept? „Die Personen, die hinter dem Unternehmen stehen, haben wir uns gut angeschaut, ob sie zu uns passen. Wir haben ganz klare Prinzipien im Hause“.

Ein erstklassiger Unternehmer mit einem zweitklassigen Produkt habe mehr Erfolgschancen als ein zweitklassiger mit erstklassigem Produkt. Ferner pflege das TZJ die Kontakte zu ehemaligen Unternehmen und baue damit sein Netzwerk weiter aus. Was tut die Bundesregierung, damit Innovation gelingt? Der Parlamentarische Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel (CDU) nannte die Unterstützung von Ausgründungen aus Hochschulen, die Förderung von Gründungen in den Lebenswissenschaften durch den GO-Bio-Wettbewerb und Deutschlands aktivsten und größten Frühphaseninvestor, den „High-Tech Gründerfonds“.

Was macht den Reiz des Unternehmertums aus? „Nur als Unternehmer kann man Werte schaffen und vorantreiben“, sagte Binder zusammengefasst und betonte den Reiz der Selbstbestimmtheit, sein „eigenes optimales System aufzubauen“.

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