Podiumsdiskussion: Katharina Kloke (FDP) trifft auf drei Polit-Platzhirschen

Von: Guido Jansen
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Die Arrivierten: (v.l.) Oliver Krischer, Dietmar Nietan und Thomas Rachel sind Politik-Profis. Foto: Jansen
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Neu im Ring: Katharina Kloke (30) tritt für die FDP im Kreis Düren an. Foto: Jansen

Jülich. Dass Thomas Rachel (CDU), Dietmar Nietan (SPD) und Oliver Krischer (Grüne) sich gut kennen, ist kein Geheimnis. Sie sind seit Jahren oder gar Jahrzehnten die Vertreter des Kreises Düren im Bundestag. Deswegen duzen sie sich auch in der Öffentlichkeit.

Das war der erste große Unterschied zu Katharina Kloke, der 30 Jahre alten Bundestagskandidatin der FDP aus Düren. Sie ist neu in dieser politischen Runde der Dürener Schwergewichte und hatte nicht nur deswegen einen schweren Stand bei der Podiumsdiskussion im Jülicher Bonhoeffer-Haus.

Sie sah sich drei arrivierten Berufspolitikern gegenüber, deren erneuter Einzug in den Bundestag ist – legt man die aktuellen Umfragetrends zu Grunde – sehr wahrscheinlich. Demnach gewinnt Rachel wieder direkt, Nietan und Krischer ziehen über die Landeslisten wieder ins Parlament ein; vorausgesetzt, ihre Parteien erleben keine Kernschmelze an der Wahlurne. Katharina Kloke hat diese Sicherheit nicht.

„Was tun Sie gegen Altersarmut“, wollte Dagmar Becker von der Schuldnerberatung der Evangelischen Gemeinde Düren wissen, die von Moderatorin Elke Bennetreu in das Gespräch eingebaut wurde. Kloke sprach sich gegen die Garantierente oberhalb des Grundsicherungsniveaus aus, die Krischer zuvor aufgeworfen hatte. „Der Rentenanspruch ist individuell.

Wir brauchen eine Fortentwicklung in der Bildung.“ Außerdem gebe es andere Wege, der Altersarmut entgegenzutreten, beispielsweise mit einem Eigenheim. Auch Rachel hat sich nicht für eine Garantierente ausgesprochen, auch er sieht die Rente als Lohn für eine Lebensleistung. Aber statt zu sagen, dass er keine Garantierente für Berufstätige will, erklärte er, dass Langzeitarbeitslose, Frauen und Selbstständige die Hauptgefährdeten von Altersarmut seien und da gegengesteuert werden müsse. Beispielsweise mit einer Vorsorgepflicht für Selbstständige.

Neben Krischer wurde lediglich Nietan konkret, der von einer Aufgabe der Regierung sprach, das weitere Absinken des Rentenniveaus zu verhindern. Um das zu erreichen, forderte Krischer, dass alle in die Rentenkasse einzahlen sollen, beispielsweise auch Beamte. „Wir brauchen eine Rente, die solidarisch für alle ist und von allen getragen wird.“

Spannung beim Thema Finanzen

Beim Thema Finanzen ging Krischer auf Konfrontationskurs zu Rachel. Der CDU-Mann sprach von der guten finanziellen Situation in Deutschland, das seit vier Jahren ohne neuen Schulden auskomme. „Damit hier mal ein bisschen Spannung reinkommt“, moderierte Krischer seine nächste Forderung an. „Die schwarze Null ist die falsche Politik. Unsere Infrastruktur bröckelt, Investition bleiben aus.“

Kurz geschluckt habe er, als Rachel erwähnte, dass die Reallöhne in Deutschland kontinuierlich gestiegen seien. „Wenn ganze Branchen Jobs ohne Grund immer weiter nur befristet anbieten, dann muss das abgeschafft werden“, forderte Krischer. Nietan stimmte zu, merkte an, dass man sich eine Politik für junge Familien sparen könne, wenn Menschen im Familiengründungsalter nur von einer befristeten Stelle zur anderen leben.

Rachel verwies auf die Änderungen der Regierung, die festgelegt hat, dass die Befristung von Stellen höchstens 18 Monate dauern darf und dass Leiharbeiter spätestens nach neun Monaten den gleichen Lohn erhalten müssen wie Festangestellte.

Streitpunkt Braunkohle: Kloke bezeichnete sie als endlichen Energieträger und Brückentechnologie für die kommenden Jahre. Krischer besetzte das andere Ende des politischen Spektrums. „Deutschland verfehlt die Ziele des Pariser Klimaabkommens krachend, weil wir von der Kohleverstromung nicht runterkommen.“

Nietan betonte, dass Bund, Land und der Bergbautreibende in der Pflicht seien, Mittel bereitzustellen, mit denen nach den Tagebauen neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Rachel bezeichnete die Braunkohle als endlich, gleichzeitig sei sie ein wichtiger Faktor für die Beschäftigung in der Region und sie stelle sicher, dass genug Energie zur Verfügung steht.

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