Podiumsdiskussion: Hat die Jugend ein Problem mit Bildung?

Von: brit
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Journalist Michael Brocker (rechts) moderierte die Podiumsdiskussion mit Hajo Greven (v.l.), Markus Römer und Eva Ahlemann, die das Publikum aufmerksam verfolgte. Foto: B. Sylvester

Inden/Altdorf. Bildung, auch und vor allem politische, ist ein wichtiges Thema, über das sich zudem trefflich diskutieren lässt. Politische Bildung ist naturgemäß auch ein Thema, das Gewerkschaften im Allgemeinen am Herzen liegt – so auch im Falle der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie – kurz IG BCE.

Für Samstag hatte der Bildungsarbeitskreis des Bezirks Alsdorf der IG BCE zu Konferenz und Diskussion in den Geuenicher Hof nach Inden/Altdorf geladen. Wie wichtig der Themenkomplex auch den Mitgliedern ist, bewies eindrücklich der vollbesetzte Saal. 110 Teilnehmer waren gekommen, um der Podiumsdiskussion zu folgen und sich mit Kollegen auszutauschen.

Nach den begrüßenden Worten von Manfred Maresch, dem Bezirksleiter der IG, und Indens Bürgermeister Ulrich Schuster, gab Gewerkschaftssekretär Ernst Ungermann eine kurze Einführung ins Thema der Bezirksbildungskonferenz. Umfangreichster Punkt der Tagesordnung war die anschließende Podiumsdiskussion, zu der Markus Römer, der „Abteilungsleiter Bildung“ der IG, Eva Ahlene als Abteilungsleiterin der Hans-Böckler-Stiftung für das Referat Qualifikation zuständig, und Hajo Greven, Sprecher des IG-Arbeitskreises, auf der Bühne Platz nahmen. Udo Wichert, Sprecher der Steag Fernwärme GmbH, der als Arbeitgeber-Vertreter eingeladen war, musste zum Bedauern der Gewerkschafter kurzfristig seine Teilnahme absagen.

Der Journalist Michael Brocker, Radiohörern als WDR2-Moderator bekannt, leitete die Diskussionsrunde auf der Bühne souverän. Rund eine Stunde lang diskutierte die Dreier-Runde zum Beispiel über das Bildungskonzept der IG BCE. Kritisch setzten sie sich unter anderem mit der Frage auseinander, ob die Ausweitung der Betriebsrätebildung zu Lasten der politischen Bildung gehe.

Ein Punkt, der allen Beteiligten hörbar auf den Nägeln brennt, war das Verhältnis von Jugendlichen zur Politik im Allgemeinen und zur Gewerkschaftsarbeit im Besonderen. Einig waren sich alle Beteiligten, dass politisches Desinteresse oder gar die viel zitierte Politikverdrossenheit Phänomene sind, die vor allem die junge Generation prägen. Worin die Gründe liegen, ließe sich nicht pauschal sagen – auch hier herrschte Einigkeit.

Junge Leute stärker interessieren

Dass mehr dafür getan werden müsse, um gerade junge Leute für die Politik zu interessieren, war ebenfalls einstimmiger Tenor der Veranstaltung. Die Hans-Böckler-Stiftung versucht etwa mit der so genannten „Böckler-Schule“ Interesse zu schaffen, wie Eva Ahlemann erklärte. Und die IG BCE bietet Jahr für Jahr ein umfangreiches Bildungsprogramm an, wie das Programm-Heft veranschaulichte. Fazit: Auch wenn diese Konferenz sicherlich keine Lösung angeboten hat, so bewies sie doch eindrucksvoll, dass es viele Menschen gibt, die sich Gedanken zum Thema (politische) Bildung machen.

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