Planerin will nicht nur für Inden denken

Von: Antonius Wolters
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Die Hand auf dem künftigen Re
Die Hand auf dem künftigen Restsee: Regina Dechering aus der Indener Bauverwaltung möchte, dass die „Kirchturmsplanung” durch einen regional ausgerichteten Ansatz abgelöst Foto: Wolters

Inden. Der Arbeitsalltag von Regina Dechering, die bei der kleinen Gemeinde Inden seit 20 Jahren als Planerin beschäftigt ist, verlief zuletzt in ungewohnten Bahnen: „Wir setzen uns derzeit mit konkreten Dingen wie einer Hafenanlage auseinander.”

Klar, der geplante Restsee stellt auch eine erfahrene Städtebauexpertin vor gänzlich neue Herausforderungen, zumal mit der Realisierung erst in gut 20 Jahren zu rechnen ist.

„Seitdem ich hier arbeite, ist es immer spannend”, hat Dechering gelernt, sich auf neue Situationen und Rahmenbedingungen einzustellen. Dass in einem so dicht besiedelten Gebiet Deutschlands einmal ein neuer See in dieser Größenordnung geschaffen wird, hat sie sich indes „nicht träumen lassen”, auch wenn sie den Indensee schon vorab in ihrer Vorstellung „traumhaft schön” findet. Planerisch interessanter jedenfalls als die zunächst vorgesehene Rekultivierung mit Wiederherstellung einer landwirtschaftlichen Fläche.

Wasser macht Region neugierig

„Nicht nur für Inden denken”, lautet einer von Regina Decherings Leitgedanken, die sich auch und vor allem auf den Restsee beziehen, der für die Region unterschiedliche Entwicklungspotenziale besitze und auch das Zeug habe, als Kristallationspunkt der regionalen Identifizierung zu dienen. Das Wasser habe nämlich „die Region neugierig gemacht”. So sei die See-Idee 2008 letztlich auch zum Geburtshelfer fürs Indeland und den Indemann mit begleitender Landesförderung geworden. Und dann fällt noch ein weiterer Leitspruch des Hauses Dechering: „Wir müssen den Mut haben, 20 Jahre voraus zu planen.”

In solchen Zeiträumen denkt und plant nämlich auch der Bergbautreibende, der indirekt dazu beigetragen hat, dass die 48-Jährige 1991 in die Dienste der Gemeinde Inden getreten ist. Sie hatte nämlich Städtebau an der Fachhochschule Aachen bei Professor Ullrich studiert, der seinerzeit die Umsiedlungsplanung für Inden betreute. Auf diese Weise entstand der Kontakt zur Gemeinde Inden, die sich die Dienste der Planerin sicherte.

Tagebau, Umsiedlung und zuletzt Euregionale-Projekte prägen das Arbeitsleben der Aachenerin, die für den Rahmenplan zum Restsee, der im Frühjahr 2012 beschlossen werden soll, einmal mehr die Kooperation mit ihrem alten Institut bei der FH Aachen sowie mit dem Institut für Städtebau und Landschaftspflege der RWTH Aachen gesucht hat. Mit im Boot sitzt darüber hinaus die Aachener Kathy-Beys-Stiftung, die am laufenden Entwicklungsprozess interessiert ist und sich seit 2009 für Indeland-Projekte und -Szenarien auch finanziell engagiert, um zu erkunden: „Was ist richtig für die Region?”

Das ist auch ein Anliegen der Entwicklungsgesellschaft Indeland, in der die planerischen Ansätze gebündelt werden.

Masterplan zusammentragen

„Die Kirchturmplanung aufgeben”, nennt Regina Dechering den Grundgedanken dieser interkommunalen Zusammenarbeit, die beispielsweise durch den regelmäßigen Austausch auf Arbeitsebene vorangetrieben werde, im so genannten „Team Indeland”. Stück für Stück wird auf diese Weise der Masterplan fürs Indeland zusammengetragen, der unterschiedliche Themenfelder - etwa Gewerbegebiete, Windkraft-Konzentrationszonen, Verkehrsanbindungen oder andere Infrastruktur - in einem Plan zusammenfasst, zu dem ein regionaler Konsens hergestellt wird. Momentan wird der Rahmenplan zum Restsee behandelt, bevor es zur Planung der so genannten Zwischenlandschaft für den Zeitraum der Seebefüllung geht. So müssen die Stege der künftigen Häfen möglicherweise auf Pontons installiert werden - „die Aufgaben bleiben spannend”, sagt Regina Dechering und lächelt.
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