Plätzchen für die Verlierer der Krise

Von: ptj
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Oben adventlicher Lichterglanz, unten die rauhe Wirklichkeit: Gut besucht war der Weihnachts- und Informationsbasar der Jülicher „Terre des hommes”-Gruppe. Foto: Jagodzinska

Jülich. Große Resonanz hat der Weihnachts- und Informationsbasar der Jülicher „Terre des hommes”-Gruppe im Alten Rathaus erzielt. Der verfügt zur Freude der Mitglieder - nach über 40 Jahren seines Bestehens - inzwischen über eine breite „Stammkundschaft”.

Ein beachtlicher Erlös - die genaue Summe wurde nicht genannt - geht nun an die Partnerorganisation „Anda” in Mosambik.

Über die Kontinente hinweg spannt das politische Kinderhilfswerk einen „Schutzschirm” über eine kleine Insel im Manika-Tal, wo „Anda” ein Tageszentrum für Aids-Waisen errichtete. Die Kinder werden dort verpflegt, erhalten ärztliche Hilfe, eine Ausbildung und Zuwendung.

Die Jülicher Aktionsgruppe hatte im Foyer des Rathauses den Informationsbasar errichtet, im Obergeschoss präsentierte die etwa gleich große Bastelgruppe ihr reichhaltiges Angebot und ihre Cafeteria.

Basteln für die Ärmsten

Seit April hatten die 15 ehrenamtlichen Bastler und Bäcker in Privatkellern Material im Wert von weit über 1000 Euro in Advents- und Weihnachtsartikel, Gebäck, Marmeladen, Liköre, Senf, Schmalz und Grußkarten umgewandelt. Inge Geistler zeigte sich über die Unterstützung der Verwaltung dankbar: „Wir sind sehr froh, seit vielen Jahren hier im Alten Rathaus in zentraler Lage verkaufen zu dürfen”. Diesen Worten schloss sich auch Vereinskollegin Karin Bittmann an.

Eine gute Zusammenarbeit habe auch in der Bastelgruppe geherrscht. Das konnten Besucher schon am reichhaltigen Angebot erkennen: Unter den liebevoll hergerichteten Auslagen befanden sich unter anderem ein Jülicher Bilder-Kalender mit romantischen Motiven wie dem Schlosspark im Winter oder dem beleuchteten Hexenturm.

Beim Informationsbasar berichteten Mitglieder von den Aktionen des Vereins: Neben der „Schutzschirm-Aktion”, die im September stattfand, berichtete Lorenz Könen von einer direkten Einmischung in den Wahlkampf des vergangenen Jahres. „Wir haben darum gebeten, die Leute zu wählen, die für einen gerechten Umgang mit dem Welthandel, dem Rüstungsexport und der Umwelt stehen.”

Eine Plakat-Ausstellung im Foyer markiert den langen Weg des Kinderhilfswerks. Den Anfang machten 1970 im Stadtgebiet verteilte Plakate mit der Aufschrift: „Was müsste man tun, um 40 Millionen Menschen verhungern zu lassen? Nichts”. Die heute noch aktuellen Themenfelder reichen über das bekannte Staeck-Plakat, das den Aktionär als „das größte Säugetier” bezeichnet, Rüstung, Welthandel und Antiminenkampagnen.

Kein Geld für Aids-Kranke

Als aktuelles Thema führte Könen die ungleichen Folgen der internationalen Finanzkrise an, ausgelöst durch Spekulationen. Für „systemrelevante” Banken gebe es einen Schutzschirm in der Krise. Doch auch Kinder seien „systemrelevant”, besonders die in Afrika, Asien und Lateinamerika. Aber sie seien den Folgen der Krise schutzlos ausgeliefert. 400.000 Säuglinge werden laut Weltbank in diesem Jahr sterben. Einige afrikanische Staaten kürzen bereits ihre Sozialprogramme für die an Aids erkrankten Menschen.
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