Plädoyers für die Realschule

Von: Volker Uerlings
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Dunkle Wolken über dem Schulzentrum: Das war gestern klimatisch bedingt. Die Debatte über die Bildungslandschaft in Jülich ist in vollem Gange und am Dienstag auch Thema des „Stadtgesprächs”. Foto: Uerlings

Jülich. Die Schuldiskussion bewegt in der Herzogstadt viele Menschen. Sie ist seit Donnerstagabend um eine Variante reicher. Heinz Frey, Sprecher der JÜL-Fraktion, scherte aus dem zuvor meist einstimmigen Verfahren aus, das die eindeutige Richtung einer Zusammenlegung von Real- sowie Haupt- und Katholischer Grundschule im Zentrum Linnicher Straße hatte.

Frey regte an, die bisherigen Standorte zu belassen und separat zu sanieren. In dieser Zeit sollte die Stadt mit den Nordkreiskommunen Aldenhoven, Linnich, Titz und Inden in den Dialog treten, um nicht zwingend, aber vielleicht eine Gesamtschule zu etablieren.

Vor allem an die Adresse der CDU sagte Frey im Haupt- und Finanzausschuss, wenn der Umzug der Realschule beschlossen werde, „leiten wir das Ende des dreigliedrigen Schulsystems ein”.

Der JÜL-Frontmann begründete das mit zwei Argumenten: Mit den jetzigen Standorten hätten sowohl Realschule als auch die GHS Ruraue „echte Überlebenschancen”. Zudem sei es zweifelhaft, ob bei rückläufigen Schülerzahlen im gesamten Nordkreis langfristig fünf Haupt-, drei Realschulen und drei Gymnasien überlebensfähig sind.

Auch eine Gesamtschule sei zum Beispiel im Verbund mit anderen Städten oder Gemeinden eine Überlegung wert, zumal etliche Kinder und Jugendliche jetzt schon die entsprechende Angebote in Niederzier/Merzenich, Übach-Palenberg oder Alsdorf nutzten.

Vehementer Widerspruch im Ausschuss blieb aus. Bürgermeister Heinrich Stommel vertrat die Auffassung, dass die Realschule bei einem Umzug gestärkt werde. Der Verwaltungschef: „Wenn wir alles im Schulzentrum konzentrieren, sind wir auch für alle Optionen offen.”

Wolfgang Gunia (CDU) erinnerte an die Motive, eine Zusammenlegung zu planen: Laut Schulentwicklungsplan stünden demnächst 20 Klassen im renovierungsbedürftigen Zentrum an der Linnicher Straße leer. „Und leere Räume zu sanieren, ist nicht einzusehen.”

In Zweifel gezogen wurden von Frey auch die von der Verwaltung genannten Kosten für beide Lösungen: „Wie kommen Sie darauf?” Kämmerer Andreas Prömpers und Beigeordneter Martin Schulz räumten ein, dass die Berechnungen auf Schätzungen beruhen, weil noch keine konkreten Pläne vorliegen.
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