Inden - Pinsel, Farben und Fußbälle als Werkzeuge der Integration

Pinsel, Farben und Fußbälle als Werkzeuge der Integration

Von: jago
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Großes Talent spricht aus den zarten Bleistift-Portraits von Hanan Almoualem, die ebenso wie Kidane Haile viel Gefallen an dem Malnachmittag fand. Foto: Jagodzinska
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Großes Talent spricht aus den zarten Bleistift-Portraits von Hanan Almoualem, die ebenso wie Kidane Haile viel Gefallen an dem Malnachmittag fand. Foto: Jagodzinska

Inden. Nachdem der erste von Marie-Theres Löw in Inden veranstaltete Malkurs für in Inden lebende Flüchtlinge zu einem großen Erfolg geworden ist, hat die ehemalige Kunstlehrerin nun erneut zum Malen eingeladen. Diesmal waren in der Stadt Linnich wohnende Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, in das Pfarrzentrum Inden/Altdorf zum kreativen Mitmachen eingeladen worden.

Begleitet wurden die zehn Teilnehmer von Emmanuel Ndahayo, der sich von der Atmosphäre sehr angetan zeigte. „Es ist großartig, wie Menschen, die zwar fast nebeneinander wohnen, sich aber so gut wie nicht kennen, hier spontan aufeinander zugehen“, stellte der Vorsitzende des Integrationsausschusses im Kreis Düren fest.

Materiell und ideell unterstützt wurde der Malnachmittag vom „Evangelischen Kirchenkreis Jülich“ in Person von Angelika Schickler-Leyens, Lore Hilger und Dr. Margret Peek-Horn. Dass Sprachbarrieren zu den größten Problemen bei der Integration zählen, war auch die Meinung der jungen Teilnehmer aus Eritrea, Syrien, Guinea, Marokko, Nigeria und Palästina. „Wo die Sprache versagt oder noch nicht für eine gängige Kommunikation ausreicht, können Bilder sehr gut deren Funktion übernehmen“, betonte Margret Peek-Horn die integrative Kraft der Malerei.

Des Weiteren habe sie in ihrer Funktion als Sprachlehrerin festgestellt, dass bei den meisten Flüchtlingen die Sprachkompetenz fehle, um emotionale Bedürfnisse und Gemütszustände zu vermitteln.

Motive aus Krisengebieten

Demzufolge müssten Integrationsmuster viel differenzierter angelegt sein, um die Kontaktaufnahme leichter zu machen, so wie sie beispielsweise bei der aktuellen Malaktion funktioniere: „Hier sind die viel mehr Menschen.“ Unter der fachlichen Anleitung befassten sich die Flüchtlinge überwiegend mit Motiven aus Krisengebieten, die sie ganz individuell interpretierten.

Aus den Arbeiten stachen ganz besonders die Porträts von Hanan Almoualem hervor. Die junge Frau verfügt über ein äußerst beachtliches zeichnerisches Talent. „Wir hätten die Aktion natürlich auch in Linnich durchführen können“, sagte Marie-Theres Löw, „aber uns wurde angeboten, nach Inden zu kommen, damit die Teilnehmer nachher auch bei dem Fußballturnier in der Turnhalle der Goltsteinschule mitspielen können“, erklärte sie die Wahl des Veranstaltungsortes.

Bei diesem Fußballturnier ginge es in erster Linie nicht um Tore und Siege, sondern um die gemeinsame sportliche Betätigung, sagte Reiner Lövenich vom veranstaltenden „Asylkreis Inden“. Gespielt wurde in wechselnden Mannschaften, ohne dass ein Schiedsrichter nötig gewesen wäre, die Ergebnisse wurden nicht in Tabellen festgehalten. Dennoch wurden besonders schön herausgespielte Treffer bejubelt.

Dass kein Ball freiwillig verloren gegeben würde, stand außer Frage, doch bei allem Einsatz blieb der Kampf um den Ball stets fair.

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