Jülich - Pilgerstab wird in St. Jöris übergeben

Pilgerstab wird in St. Jöris übergeben

Von: ptj
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Ansprechpartner vor Ort präsentieren Pilgerpass und Urkunde: Hildegard und Günther Pott sind seit sechs Jahren Etappenpilger auf dem Jakobsweg und laden zum Mitpilgern ein.

Jülich. Warum nach Santiago de Compostela pilgern? „Durch den langen Weg wachsen die Pilger zusammen. Der Weg ist das Ziel”, meinen Hildegard und Günther Pott, Ansprechpartner der Deutschen Jakobusgesellschaft. So ergibt das europäische Staffelpilgern „Europa Compostela” durchaus einen Sinn, das der Verband der französischen Pilgervereinigungen im Heiligen Jahr 2004 auf den Weg brachte.

Ein Heiliges Jahr ist in Santiago immer dann, wenn das Fest des Heiligen Jakobus auf einen Sonntag fällt, wie es am 25. Juli der Fall ist. Die Koordination dieser zweiten besonderen Pilgerreise hat für Deutschland die Jakobusgesellschaft Aachen übernommen.

Da der Jakobsweg „eigentlich immer vor der Haustüre beginnt”, treffen sich bisher 16 angemeldete „Sternpilger” aus Jülich und Umgebung am 6. Juni um 9 Uhr an der Mariensäule vor der Propsteikirche. Dort übernehmen sie Staffelstab und Pilgerbuch von den Erkelenzer Sternpilgern, um sie gegen 16 Uhr, nach 21 Kilometern, am ehemaligen Kloster in St. Jöris (Eschweiler) der Aachener Gruppe zu übergeben.

Die Route führt über Feldwege südlich an Kirchberg vorbei zur Gedächtniskapelle Lohn, dann in südwestlicher Richtung nach Fronhoven, von dort aus geht es am Blausteinsee entlang in Richtung Helrath.

Organisation und Führung übernehmen die St. Georg-Pfadfinder vom Stamm St. Franz Sales, die für die Strecke in drei Etappen - sehr günstig für Nachzügler - drei geistliche Impulse vorbereitet haben. „Lasst uns mit unserer Erde und ihren Menschen solidarisch sein”, lautet das Motto.

Die Route 4, von Polen kommend über Jülich, St. Jöris und Aachen in die Niederlande, ist eine von sieben deutschen Sternpilgerrouten, die in 222 Tagesetappen 5000 Kilometer zurücklegen. Nach einer Etappe von 15 bis 25 Kilometern werden ein „Bourdon” (Pilgerstab) und ein Goldenes Buch weitergereicht, das den Verlauf der Pilgerfahrt dokumentiert und Wünsche, Sorgen und Bitten aufnimmt.

Stäbe und Bücher, bei der Auftaktveranstaltung am 28. April in Straßburg gesegnet, sollen am 18. September die Kathedrale von Santiago de Compostela erreichen. Gemeinsam mit Stäben und Schriftstücken aus 2004 werden sie im Museum der Kathedrale Le Puy ausgestellt. Zwölf europäische Länder beteiligen sich. Zwei der Pilgerwege, der norwegische und der polnische, kreuzen sich in Aachen.

Neben Pilgerandachten finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen entlang des Jakobsweges statt. Auch der Pilger beliebig vieler Etappen, der in diesem Jahr nicht Santiago erreicht, ist ein wertvolles Glied in der Menschenkette. Hildegard und Günther Pott pilgern bereits seit sechs Jahren jeweils drei Wochen etappenweise auf dem Pilgerweg. Jedes Jahr reisen sie per Bahn oder Flugzeug aus einer größeren Entfernung an.

Lang ist der mit Stempeln versehene Pilgerpass, den die Eheleute stolz präsentieren. Neben der Legende um den zweitältesten christlichen Märtyrer, der 44 n. Chr. enthauptet wurde, wissen sie auch viele beeindruckende Anekdoten vom Jakobsweg zu erzählen. Denn dort hatten sie trotz wunder Füße ihre „interessantesten und schönsten Begegnungen”. Wird man gläubig oder vertieft man seinen Glauben auf dem Jakobsweg? „Man ist in einer ganz anderen Welt. Ich habe als Wanderer angefangen und als Pilger aufgehört”, sagt Hildegard Pott.
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