Pia Volk liest zum Weltfrauentag aus ihrem Reisebuch

Von: ptj
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„Nischenthema“ zum Internationalen Frauentag: Pia Volk liest aus ihrem Buch „Mama, sind wir bald da?“. Foto: Jagodzinska

Jülich. „In vielen Ländern sind Kinder Türöffner“. Das sagt die aus Leipzig angereiste Autorin und freie Journalistin Pia Volk, die unter anderem für Geo, die Süddeutsche Zeitung, die FAS, Zeit und Spiegel Online schreibt.

Anlass war die Lesung aus ihrem Buch „Mama, sind wir bald da?“ mit dem Untertitel „Mein Sohn und ich und wie wir die Welt eroberten“. Zur Veranstaltung zum Weltfrauentag hatte die VHS Jülicher Land eingeladen, in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle.

Die alleinerziehende Autorin, die Geografie und Ethnologie in Heidelberg und Adelaide (Australien) studiert hat, hat schon fast die ganze Welt bereist. In den vergangenen elf Jahren war sie meistens mit ihrem Sohn Paul unterwegs. Ein „Nischenthema“, wie die Gleichstellungsbeauftragte Mandy Geithner-Simbine es bei ihrer Begrüßung formulierte. Ihren Sohn mitzunehmen war „eine ganz bewusste Entscheidung“, wie Volk im anschließenden Gespräch mit ihrem überwiegend weiblichen Publikum betonte.

Armut erfahren

„Man reist langsamer, man muss es schon anders organisieren“, räumte sie ein. Die Weltenbummlerin hat „viele wunderbare Leute kennengelernt“. Zugestoßen ist weder ihr noch ihrem Sohn je etwas. Wenn es auch für Volk etwa „ganz furchtbar“ war, Zeugin offensichtlicher Kinderprostitution auf den Philippinen zu sein. Für Sohn Paul war es „schockierend“ zu erfahren: „Armut heißt, nichts zu besitzen“. Wie bereitet sie sich vor? Die Autorin liest viel über ihr geplantes Reiseland, vernetzt sich, lässt sich von Freunden beraten. In jedem Land hat sie eine Anlaufstelle. Mal ist es eine Community, in der Freunde leben, mal haben sie und Paul sich mit einem Freund in Tokio verabredet.

Obwohl sie bis auf ihre erste gemeinsame Reise mit ihrem damals vier Monate alten Baby nach Teneriffa nie Pauschalreisen bucht, sind die besuchten Orte „trotz allem touristisch“. Allerdings sei es etwa in sehr katholisch geprägten Ländern ratsam, den nicht vorhandenen Ehemann zu verschweigen. In muslimischen Ländern sei sie hingegen „sehr respektvoll“ behandelt worden. Pia Volk würzte ihre locker gehaltene Lesung mit Videos und Tonmaterial, etwa asiatischen Karaokebeiträgen oder einer „App“ mit japanischer Flirtkultur und Schimpfwörtern, die sie ihrem amüsierten Publikum auf Deutsch übersetzte.

Angetrieben von Reise- und Abenteuerlust und ihrer Sehnsucht nach Sonne und Wärme, gewürzt mit einer guten Prise Neugier durchquerten Mutter und Sohn (damals 18 Monate) mit Wanderrucksack und Kinderkoffer die Wüste Australiens, wo die „sieben giftigsten Tiere der Welt leben“. Ein „hoch dotiertes Stipendium“ ermöglichte die teure Reise. Dann durchreisten sie Bali, die Philippinen, Kanada, Kalifornien, Israel, Schweden, Thailand, Tokio, „bauten Luftschlösser und gingen auf Schatzsuche“. Dabei vermischte sich die Erwachsenen- mit der Kinderperspektive, Japan empfanden Pia und Paul sogar als „verkehrte Welt“, als „Rollentausch“. Das Land, aus dem „der Zufall verbannt wurde“, erlebten die beiden „wie ein Computerspiel, wie Pokemons in echt“, mit denen sich Paul bestens auskennt.

Heute hat der fast Zwölfjährige „das Reisen verinnerlicht, ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen“ und zeigt in der Schule Präsentationen über die bereisten Länder. Die nächste gemeinsame Reise „ist ein Job“ und führt nach Las Vegas. „Ich wollte das Muttersein nicht als Behinderung begreifen von dem, was ich gerne tun wollte“, brachte Pia Volk ihre Motivation auf den Punkt.

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