"Physio" Willi Voll betreut die Stars

Von: Volker Uerlings
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Willi Voll legte als Masseur vor 40 Jahren den Grundstein, der ihm auch das Engagement bei der Tischtennis-Nationalmannschaft einbrachte: über zehn Jahre. Foto: Uerlings

Jülich. Vor 40 Jahren hat Willi Voll den Grundstein gelegt. Der staatlich geprüfte Masseur eröffnete in Jülich eine Praxis und fand dadurch auch den Weg in den Spitzensport.

Viele verbinden Voll zwar mit Fußball und dem SC Jülich 10, aber zuvor hatte sich der heute 65-Jährige auch als Aktiver dem vor allem in der Herzogstadt angesagten Tischtennissport verschrieben: beim damaligen TTC Simex Jülich. Über diese Verbindung wurde Willi Voll 1978 für zehn Jahre der allein verantwortliche Sportphysiotherapeut der Deutschen Tischtennis-Nationalmannschaft.

„Tokio, Moskau, Budapest – wir kamen schon rum, obwohl wir von den Städten nicht viel gesehen haben“, sagt der staatlich geprüfte Masseur, der dieses „Handwerk“ bis heute in Jülich betreibt. Die Senioren- und Junioren-Nationalmannschaften hat der Wahl-Jülicher von 1978 bis 1988 bei mehr als 15 Welt- und Europameisterschaften betreut.

Natürlich war Voll parallel auch beim TTC Simex aktiv: für rund 15 Jahre. Der „Physio“, der selbst ziemlich gut Tischtennis gespielt hat, musste gelegentlich auch mal als Jülicher Trainer in der Bundesliga oder im Europapokal einspringen, wenn der Chefcoach ausnahmsweise fehlte. Willi war „voll“ im Thema: Er hatte den TTC als Mannschaftsführer mit in die Bundesliga gebracht, die der Verein dann über Jahrzehnte nicht mehr verließ. Das war kurz vor seiner Niederlassung als Masseur in Jülich. So betreute er das Jülicher Team zum Beispiel im ETTU-Pokal, als Coach Horst Heckwolf erkrankt war. An die Platte(n) traten für den TTC damals die schwedische Ikone Erik Lindh, das „Supertalent“ Jean-Michel Saive aus Belgien und der Abwehrspezialist Michael Plum...

Seine Praxis betrieb Willi Voll zunächst in der Römerstraße, später im Ärztehaus Theodor-Körnerstraße und schließlich an der Seite seiner Ehefrau Rita seit 1988 in der Promenadensauna. Die ehedem städtische Sauna im Hallenbad hatte Rita Voll 1988 erworben, und hier behandelt ihr Ehemann, der durch und durch Sportfan geblieben ist, auch heute noch. Allerdings tritt das Betreiber-Ehepaar altersbedingt kürzer – auch beim Betrieb der einzigen öffentlichen Sauna in Jülich. „Wir haben vier Tage in der Woche zu. Es macht uns aber Spaß, wir machen noch weiter“, berichtet der 65-Jährige, der sich 15 Jahre als Sportphysiotherapeut auch bei den „Zehnern“ einbrachte und später elf Jahre deren Manager war. Damals trat beim SCJ zum Beispiel Peter Herrmann seine erste Trainerstelle an, der aktuell bei Fortuna Düsseldorf Verantwortung trägt und über Jahre als Co-Trainer über viele Jahre bei Bayer Leverkusen und Bayern München (an der Seite von „Don“ Jupp Heynckes) an vorderster Front mitgemischt hat.

Das unschöne Ende der „Zehner“-Zeit in der Oberliga und die Pleite des Vereins haben natürlich auch bei Willi Voll Spuren hinterlassen, aber seine Liebe zum Sport ist ungebrochen. Kaum ein Raum in der Sauna, in dem der Verein nicht vorkommt, dem er seit Kindesbeinen die Daumen drückt: dem 1. FC Köln.

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