Pflegebedürftige wieder fit für den Alltag machen

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Franziska van Craenenbroeck ist die Ansprechpartnerin im Sozialdienst des Krankenhauses St. Elisabeth in Jülich. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Was ist, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird? Wo gibt es Hilfe? Was ist zu tun? Tritt dieser Fall nach einem Sturz oder einer plötzlichen Erkrankung auf, berät der Sozialdienst im Krankenhaus. „Wir überlegen dann gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt“, sagt Franziska van Craenenbroeck, Ansprechpartnerin im Sozialdienst des St. Elisabeth Krankenhauses in Jülich.

Besteht die Hoffnung, dass die Pflegebedürftigkeit verringert werden kann, werde ein Antrag auf eine Anschlussheilbehandlung gestellt. Das Ziel der geriatrischen Abteilung des St. Elisabeth Krankenhauses ist, das stellt Cranenbroeck klar, die Patienten so weit wie möglich wieder fit für den Alltag zu machen. Tritt die Pflegebedürftigkeit trotzdem ein, ist die Versorgung im häuslichen Umfeld zu organisieren.

Dann müssen eine Pflegestufe beantragt und ein Pflegedienst zu beauftragt werden. Wollen die Angehörigen die Pflege selbst übernehmen, bietet das St. Elisabeth Krankenhaus ein Konzept der Familialen Pflege, ein Modellprojekt, das von der AOK Rheinland/Hamburg finanziert und von der Universität in Bielefeld wissenschaftlich begleitet wird. Eine Krankenschwester leitet die Angehörigen in der Pflege an, individuell und den häuslichen Gegebenheiten angepasst. Das Pflegetraining ist kostenfrei. In einem Initialpflegekurs erwerben Angehörige pflegerisches Grundwissen und Pflegetechniken.

Wichtig sind auch die Überlegungen zur Nahrungsmittel-Versorgung der Pflegebedürftigen. Van Craenenbroeck hat das im Blick und sagt: „Wir beraten über die Angebote von Essen auf Rädern“.

Suche nach Heimplätzen

Sind die Angehörigen berufstätig oder benötigen zeitweise Entlastung, wird über Möglichkeiten der Tagespflege nachgedacht. Ist jedoch kein Angehöriger in der Nähe und die Pflegeversorgung eines Pflegedienstes reicht nicht aus, wird eine passende Senioreneinrichtung gesucht. Der Sozialdienst unterstützt auch hier bei der Suche nach freien Heimplätzen.

Mit der Pflegedürftigkeit kann der Betroffene mitunter seine Alltagsgeschäfte nicht mehr alleine regeln, benötigt in Postangelegenheiten, Entscheidungen der weiteren Gesundheitsversorgung, Behördenschriftverkehr, Vermögensplanung und anderen Dingen Unterstützung. Das Amtsgericht setzt daher einen Betreuer ein, meist aus dem familiären Umfeld. Findet sich niemand, wird ein Berufsbetreuer bestellt.

Ist jemand schwer erkrankt, die zu erwartende Lebenserwartung nur sehr kurz, die Diagnose einer fortgeschrittenen Erkrankung liegt vor, besteht die Möglichkeit einer Hospizversorgung. Auch in diesen Fällen berät der Sozialdienst.

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