Pfarrer kritisiert Kirchen wegen ihres Reichtums

Von: gre
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So eindrucksvoll wurden in Ald
So eindrucksvoll wurden in Aldenhoven die Unterschiede zwischen unserer Überflussgesellschaft und der Armut in der Welt dargestellt. Foto Greven Foto: Greven

Aldenhoven. „Was kümmern uns die Menschen in Indien?” Diese provozierende Frage ließ sich am besten mit einer weiteren Frage beantworten: „Was trennt uns von ihnen? Nur der Zufall der Geburt.”

Die Menschen in Aldenhoven, die sich der großen Martinus-Familie zugehörig fühlen, ließen sich in diesen Tagen der Martinus-Aktion sehr wohl von dem Hunger der Landbevölkerung im fernen Kontinent anrühren.

In die große Martinus-Familie, bereits gegründet im Jahre 1975, als es um die Brücke in Inchupalla in den Anden ging, und von Jahr zu Jahr bei immer wieder neuen Einzelprojekten belebt, bezog Charles Cervigne in seiner Ansprache beim ökumenischen Gottesdienst in der vollbesetzten Martinuskirche nicht nur die Spender mit ein, sondern auch alle die Menschen in der Dritten Welt, denen Martinus in den mehr als drei Jahrzehnten geholfen hat.

„Wie viel Versöhnung hat es uns gebracht. Wir sind alle reicher geworden.” Cervigne und seine Partner Hermann-Josef Meurer und Thomas Uerlichs zitierten in der Folge viele Bibelstellen, in denen Jesus erwartet, dass die Hungernden gesättigt werden. Sein Gebot an die Jünger aus dem Evangelium über die wunderbare Brotvermehrung: „Gebt den Leuten zu essen!”

Lebensmittel verschwendet

Gleichzeitig wurden von der Empore verschiedene Transparente mit zum Nachdenken zwingenden Texten entrollt.

Einige davon: „ 20.000.000 Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich auf dem Müll, ein Drittel in der Originalverpackung.” Oder: „Das Essen, das wir in Europa wegwerfen, würde zweimal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren.”

Unterstrichen wurden diese Thesen mit dem „unerschütterlichen Glauben an die Haltbarkeitsdaten”. Cervigne: „Können wir die Angst überwinden, nicht genug zu haben, um den Hungernden zu helfen?” Er forderte, dass die Gesellschaft und auch die Kirchen ihren Blick auf die Nöte der Welt richten. Er warf den beiden großen Kirchen Bigotterie vor, weil sie Reichtümer in Milliardenhöhe besäßen und sich kaum anders verhielten als Finanzminister und Banker.

Die Nöte der Landbevölkerung in Indien, um die es bei dieser Martinus-Aktion ging, veranschaulichte Diözesansekretär Hartmut Otten von Kolping International in seinem eindrucksvollen Vortrag. Diesem schloss sich dann der Opfergang an, in dem jeder seinen Spendenbeitrag leistete und als Erinnerung eine Ohrmarke mitnehmen konnte, wie sie die Kühe in Indien tragen, für deren Anschaffung die Spenden dienen.

Dieser Gottesdienst hat alle zum Nachdenken gebracht, nicht zuletzt beim Schlusslied „Wir träumen einen Traum von einer besseren Welt”.

Nach dem Gottesdienst wurde der Martinusmarkt auf dem Kirchplatz eröffnet, für den einige ehrenamtliche Helfer ein großes Zelt aufgerichtet hatte.

Der Martinstag für die Kinder war bereits der Samstagabend, an dem verschiedene Fackelzüge von den Grundschulen und Kindergärten zum Römerpark zogen. Dort entzündete St. Martin das große Feuer. Danach zogen alle zur Kirche, um das Martinusspiel von der Mantelteilung erleben.
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