Peter Münstermann hängt Josef Wirtz ab

Von: ahw/red
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Gratulation nach Kopf-an-Kopf-
Gratulation nach Kopf-an-Kopf-Rennen: Josef Wirtz (CDU/rechts) gratuliert Peter Münstermann (SPD/links), der gestern im Wahlkreis Düren I das Direktmandat knapp gewonnen hat. Foto: Wolters

Jülicher Land. Der Rückenwind aus Düsseldorf half sicher auch Peter Münstermann. Der Sozialdemokrat aus Langerwehe gewann am gestrigen Abend knapp das Direktmandat im Wahlkreis Düren 1, der das gesamte Jülicher Land umfasst.

Münstermann hatte am Ende rund 800 Stimmen Vorsprung gegenüber Josef Wirtz, der das Mandat zweimal in Folge geholt und sechs Jahre für die CDU im Landtag gearbeitet hat.

Wirtz, der von Inden nach Jülich umzieht, rangiert auf der Reserveliste der Christdemokraten auf Platz 32 - ob das reicht, war bei Redaktionsschluss noch unklar. Neu in den Landtag einziehen dürfte dagegen Ingola Schmitz für die FDP, die zu ihrer eigenen Überraschung durch das landesweit gute Abschneiden der Liberalen mit Listenplatz 19 sehr wahrscheinlich künftig im Düsseldorfer Parlament mitwirken wird.

Im Nordkreis Düren waren deutliche Unterschiede zwischen Erst- und Zweitstimmen festzustellen. Die alte und neue „Landesmutter” Hannelore Kraft lag praktisch überall bei den Zweitstimmen vorn - auch zum Beispiel in Jülich, Linnich und Titz. Bei den Erststimmen sah das anders aus, da hatte in den genannten Kommunen Christdemokrat Wirtz die Nase vorn. Dafür errang Sozialdemokrat Münstermann in Wirtz Noch-Heimat Inden die meisten Stimmen.

Natürlich „enterten” die Piraten auch den Kreis Düren. Bei den Erststimmen kam Peter Hackenbroich sogar auf das drittbeste Ergebnis mit über neun Prozentpunkten und rangierte damit deutlich vor dem Grünen Jörg Benter.

Gewinner Peter Münstermann (SPD) zeigte sich erfreut, dass „in unserem ländlichen Gebiet der Aufwind durch Hannelore Kraft bestätigt worden ist”. Bestätigt fühlen darf sich auch Münstermann selbst, der sieben Wochen lang einen „Tür-an-Tür-Wahlkampf” geführt hat und dabei rund 6500 Menschen besucht hat. „Es hat Spaß gemacht, mit den Menschen zu diskutieren”, sammelte Münstermann bei seiner Tour wertvolle Anstöße und auch das „Gefühl, dass es klappen könnte”. Angesichts seines Ausgangs-Rückstandes gegenüber Josef Wirtz konnte der SPD-Kandidat nicht unbedingt mit seinem Erfolg rechnen. Insofern hat der Betriebsratsvorsitzende der Technischen Dienste von RWE Power auch noch nicht mit seinem Arbeitsgeber gesprochen. „Man muss erst noch reinwachsen”, betritt der SPD-Politiker aus DHorn heute Neuland in Düsseldorf.

„Der Wähler hat entschieden”, kommentierte Josef Wirtz seine Niederlage und gratulierte sportlich fair im Kreishaus seinem Rivalen. Der Christdemokrat: „Ich habe alles versucht, was möglich war.” Gleichwohl sei der Trend gegen die CDU auch sein schärfster Gegner gewesen. Schuldzuweisungen mochte der 62-Jährige nicht verteilen: „Wir haben die Wahl gemeinsam verloren.”

Ob Josef Wirtz seine Zelte in der Landeshauptstadt abbrechen muss, war Sonntag nicht ganz klar, da er sich mit Platz 32 auf der Landesliste noch Chancen ausrechnete. Ob der Platz zieht, war ungewiss. Klar ist nur, dass das Direktmandat verloren ist.
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