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Pendler fordern Fahrradgaragen in Jülich

Von: hfs.
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Auf Anregung von Pendlern macht sich der Jülicher Bürgerausschuss dafür stark, dass an der Haltestelle der Rurtalbahn „Forschungszentrum“ eine abschließbare Fahrradgarage installiert wird. Foto: Schiffer

Jülich. Kombinierte Mobilität steht anscheinend auf der Wunschliste vieler Arbeitnehmer des Forschungszentrums Jülich und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) weit oben, die täglich mit Fahrrädern und dem Zug pendeln. So lassen sich jedenfalls gleich fünf Bürgeranträge erklären, mit denen sich nun der Bürgerausschuss beschäftigte.

Das Gremium zeigte großes Interesse an den Anträgen auf Einrichtung von Fahrradgaragen, zumal nicht nur Wünsche, sondern auch harsche Kritik an „schlechten ÖPNV-Verbindungen in Jülich“ geäußert wurde.

Da staunte nicht nur Ausschussvorsitzender Helmuth Hoen, sondern auch die anderen sechs anwesenden Mitglieder des Bürgerausschusses, als einer der Antragsteller den Hintergrund erklärte. Als Angestellter des DLR reist er täglich von Düren mit der Rurtalbahn an, um an der Haltestelle Forschungszentrum aufs Rad umzusteigen und so letztlich seinem Arbeitsplatz zu erreichen. „Ich empfinde es ehrlich gesagt als eine Frechheit, wie viele Forschungsgelder aus Europa und dem Bund nach Jülich gehen, obwohl hier eine moderne und umweltfreundliche Mobilität mit Füßen getreten wird“, formulierte er und prangerte gleichzeitig nicht nur die Taktzeiten der Rurtalbahn, sondern auch „zertretene und demolierten Fahrräder“ an, die man bei der Rückkehr nicht selten vorfinde.

„Von Diebstählen einzelner Teile oder gar des ganzen Fahrrades ganz zu schweigen.“ Dies gelte für beide Haltestellen, sowohl der beim Forschungszentrum als auch am Jülicher Bahnhof. Der Antragsteller und andere Bürger regten an, dass die Stadt doch darüber nachdenken soll, sogenannte Fahrradgaragen aufzustellen. „Die gibt es an anderen Bahnhöfen auch“, argumentierte er.

Diese Idee griffen die beiden Bündnisgrünen Emily Willkomm-Laufs und Eva-Maria Kolonko-Hinssen gleich auf und unterstützten sie. Stefan Mersch als Vertreter der Stadtverwaltung mahnte an, vor einer Beschlussempfehlung die Besitzverhältnisse an den gewünschten Standorten zu prüfen. So erging über ihn die Bitte des Bürgerausschusses an die Verwaltung, sich mit dem Forschungszentrum beziehungsweise der Rurtalbahn in Verbindung zu setzen. „Denn wir müssen zuerst in den Dialog mit beiden treten“, sagte Helmuth Hoen. Der Vorschlag wurde einstimmig verabschiedet.

Der Bürgerausschuss ließ am Montag zudem seine Meinung erkennen, dass der Hundestrand am Baggersee in Barmen besser geschlossen werden sollte. Das war die Reaktion auf einen Antrag der IG „Driesch“. Diese Gemeinschaft setzt sich aus Vertretern verschiedener Barmener Vereine und engagierten Bürger zusammen. Ihre Überzeugung: Aus Sicherheits- und hygienischen Gründen müsse der Hundebadestrand geschlossen werden, weil er einfach seiner ursprünglichen Bestimmung nicht mehr gerecht werde.

Dem folgte der Ausschuss, gab allerdings als Empfehlung die Bitte an die Verwaltung weiter, nach einem alternativen Standort – zum Beispiel einer Kiesgrube – zu suchen, damit Hunde dann dort ihrem Planschvergnügen nachgehen können. „Man sollte die Interessen beider Seiten berücksichtigen“, merkte Eva-Maria Kolonko-Hinssen an.

Eine Verlängerung der Ladezeiten in der oberen Kölnstraße unterstützt der Bürgerausschuss nicht. Diesen Antrag hatte eine Ladenbesitzerin gestellt. Sie wird wohl einen abschlägigen Bescheid erhalten. „Die Stadt Jülich hat mit drei Ladezonenzeiten die meisten der umliegenden Städte“, informierte Stefan Mersch.

Von einem Problem in dieser Richtung hatten die Mitglieder noch nichts gehört. Veronika Schmitz (Jül): „Dann hätte sich die Werbegemeinschaft längst gemeldet.“ Ausschuss-Empfehlung: Die Stadtverwaltung soll die Werbegemeinschaft um eine Stellungnahme bitten.

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