Jülich - Pausen zwischen Lachsalven immer kürzer

Pausen zwischen Lachsalven immer kürzer

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
Das corpus delicti: Theresia (
Das corpus delicti: Theresia (v.l., Edith Lessenich), Magd Grete (Gertrd Hauck) und Anna (Waltraud Wirtz) beim Tratsch. Foto: Jagodzinska

Jülich. Wie man Leute zum Lachen bringt, wissen die in Jülich sehr beliebten Darsteller der „Heimatbühne Eifeler Mundartfreunde” aus Bad Münstereifel nur zu gut.

So war es wenig erstaunlich, dass die Stadthalle bei der Aufführung ihres selbst geschriebenen Schwanks „Üb immer Treu und Redlichkeit” bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Suff und Sittlichkeit

Die Mundartfans verbrachten einen äußerst vergnüglichen und langen Abend, denn nach zwei der drei Akte wurde jeweils eine Pause eingelegt. Die Hauptrolle spielte traditionell Autor Karl Roberz. Er schlüpfte in die Rolle des Witwers Jupp Meyer „op em Buuredörp” in den 50er Jahren, wo der Name Meyer ziemlich weit verbreitet ist. Jupp ist Vorsitzender des Sittlichkeitsvereins, sein Vize heißt Johannes Meier (Kalle Lessenich). Beide leeren gerne ihre Schnapsgläser, und beide stehen unterm Pantoffel: Jupp bei seiner ebenfalls verwitweten Schwägerin Anna (Waltraud Wirtz), die ihm gerne einen Heiratsantrag machen würde. Hannes bei seiner Frau Theresia (Edith Lessenich).

Theresia führt ein strenges Regime und hasst Alkohol, bis sie sich selbst eines Tages in der Gerüchteküche der herrlich langsamen, einfältigen und neugierigen Magd Grete (Gertrud Hauck) selbst eine halbe Flasche Schnaps einverleibt. Annas Geheimnis ist ihre in Köln lebende unehelichen Tochter, die flotte Heidi (Ilsemie Fleischhauer). Als diese sich entschließt, fortan auf dem Buuredörp bei der Mutter zu leben, vertraut sich die verschreckte Anna dem evangelischen Pastor Josef Mayer an, während Jupp und Hannes zur Taufe von Annas Nichte nach Köln gereist sind.

Pastoren-Darsteller Ralf Schmitz feierte nach längerer Pause bei der Heimatbühne ein erfolgreiches Comeback. Er verspricht Anna, nach Jupps Rückkehr wieder vorbeizuschauen, um die Wogen zu glätten. Zwischenzeitlich erfahren die daheim gebliebenen Frauen aus einem Brief von Annas Schwester vom Tod der neugeborenen Tochter, die also nicht mehr getauft werden kann. Was treiben dann aber die beiden Männer in Köln?

Die Sache spitzt sich zu, als eine ältere Dame (Eva Roberz) den abwesenden Vorsitzenden des Sittlichkeitsvereins zu Hause aufsucht, um den Kindsvater ihrer Tochter zu Alimentenzahlungen zu veranlassen. Gezeugt wurde die Kleine im Vorjahr anlässlich der Fahnenweihe beim Schweinheimer Schützenfest, verdächtigt wird Jupp. Zwischenzeitlich kommen Jupp und Hannes nach Hause und hängen bei einem Gläschen ihren Erinnerungen an die wenig sittliche Zeit in Köln nach. Da stürmt Heidi wie verabredet ins Haus. Sie hat die beiden unwürdigen Vorsitzenden bereits in Köln in einem zwielichtigen Lokal kennengelernt. Jupp, auf den sie ganz verrückt zu sein scheint, ahnt nichts davon, in Wahrheit seine Nichte vor sich zu haben. Das Chaos scheint perfekt.

Besonders köstlich waren die in vermeintlichem Suff oder Debilität gespielten Dialoge in der immer verrückter werdenden Handlung, in der die Pausen zwischen den Lachsalven immer kürzer wurden. Am Ende des donnernd beklatschten Schwanks stand nach vielen Verwicklungen das Happy-End: Jupp bekommt Anna, Heidi den Pastor, Theresia und Hannes kommen sich nach blutigen Auseinandersetzungen wieder näher und die Magd darf bleiben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert