Patientenforum: Gelenkverschleiß und Bänderriss

Von: Kr
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Medizinforum

Linnich. Regelmäßig lädt das St. Josef Krankenhaus Linnich gemeinsam mit der AOK Rheinland zu Patientenforen ins Linnicher Rathaus ein, und stets sind es interessante und aktuelle Themen, die auf dem Programm stehen. Knochen und Gelenke bestimmten dieses Mal die Tagesordnung, und wieder einmal war der Rathaussaal bestens besetzt.

Das Interesse der zahlreichen Zuhörer galt dabei sicherlich nicht nur den medizinischen Themen. Sie wollten auch den neuen Chefarzt der Chirurgie am Linnicher Krankenhaus und Nachfolger von Dr. Horst Stephan kennenlernen. Seit dem 1. Oktober ist Arjan Mullahi in Linnich tätig.

Für ihn war es eine gute Gelegenheit sich und seine Arbeit einmal vorzustellen. In der Zeit in Linnich hat er schon erfahren dürfen, dass er dort kompetente und gut ausgebildete Mitarbeiter zur Seite hat. An diesem Abend wandte er sich einem seiner Spezialgebiete zu, den Erkrankungen der großen Gelenke sowie ihrem künstlichen Ersatz.

„Gelenkverschleiß“, sagte Mullahi, „ist mittlerweile eine Volkskrankheit geworden und kann viele Ursachen haben. Sie kann angeboren sein, von Verletzungen herrühren oder durch Rheuma, Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht und Sportbegeisterung herbeigeführt werden.“

Er sagte allerdings auch, dass eine der Ursachen die höhere Lebenserwartung der Menschen sei. Dabei betonte er ausdrücklich, dass ein hohes Alter kein Grund sei, auf ein neues Hüft-, Knie- oder Schultergelenk zu verzichten. „Jeder Mensch hat ein Recht darauf, möglichst schmerzfrei leben zu können“, erklärte er.

Er umriss kurz wann die Implantation eines neuen Gelenkes notwendig sei. Wenn keine anderen Maßnahmen, wie Physiotherapie, Medikamente oder kleine operative Maßnahmen mehr greifen würden, der Patient über Schmerzen und Bewegungseinschränkungen klage und die Lebensqualität deutlich eingeschränkt sei, müsse man über eine solche Operation nachdenken. Allerdings, so betonte Mullahi, die Entscheidung liege einzig und allein beim Patienten.

Mittlerweile sei die Operation Standard und werde minimalinvasiv durchgeführt. Dies bedeute, dass sich der Patient schneller erhole, schneller auf den Beinen sei, doch sei stets eine Rehamaßnahme, stationär oder ambulant, erforderlich. Auch in Linnich werden solche Operationen regelmäßig vorgenommen, und das St. Josef-Krankenhaus gehört zu den zertifizierten Häusern.

Über Sportverletzungen referierte Dr. René Mombartz, der seit 2013 als Oberarzt in Linnich tätig ist. „Er ist eine Art Eigengewächs, denn seine 1. Assistentenstelle hatte er auch schon in Linnich inne“, stellte Dr. Helmut Saler, der den Abend moderierte, seinen Kollegen vor.

1,5 Millionen Sportverletzungen ereignen sich jedes Jahr in Deutschland, davon alleine 500.000 im Fußball, erklärte Mombartz und zeigte die häufigste auf. Am Sprunggelenk sind dies Bänderdehnung, Bänderriss und der Bruch des Sprunggelenks. Am Knie sind es Kreuzbandriss, Meniskus und Knorpelschäden. Bei einem Bänderriss wird nur noch selten operiert.

„Pech“ heißt hier das Zauberwort . Es steht für Pause-Eiskühlung-Compression-Hochlagerung. Beim Riss wird außerdem meist eine Aircardschiene angelegt, um das Band ruhig zu stellen. Auch ein nicht verschobener Bruch wird meist nur ruhig gestellt während ein verschobener Bruch oft operativ behandelt werden muss. Ähnlich sieht es bei Meniskus, Kreuzbandriss und Knorpelschäden aus.

Reichlich Fragen hatten die Anwesenden im Saal zum eben Gehörten, und so schloss sich an die Vorträge eine lebhafte Diskussion an.

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