Patienten-Informationsabend: Schleichende Gefahr im Körper

Von: Kr.
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Dr. Gottfried Mommertz(links), Dr. Rudolf Müller (2. von links) sowie Dr. Helmut Saler informierten über Gefäßveränderungen; (2. von rechts) Judith Kniepen, stellvertretende kaufmännische Direktorin am Krankenhaus Linnich. Foto: Kròl

Linnich. Vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Veränderung der Gefäße. Ein Drittel der Patienten wird rechtzeitig therapiert, doch bei vielen bleiben diese Gefäßveränderungen oft unerkannt. Deshalb raten auch Spezialisten zu einer regelmäßigen Untersuchung der Gefäße, denn unerkannte Veränderungen können oft lebensbedrohlich sein.

Da ist vor allem das Bauchaortenaneurysma, das einer tickenden Zeitbombe gleicht. Um die Menschen zu sensibilisieren und aufzuklären, hatte das St. Josef- Krankenhaus in Linnich zu einem seiner Patienteninformationsabend eingeladen. Unter dem Titel „Alles im Fluss. Vital und mobil mit gesunden Gefäßen“ stand die Thematik der Gefäßveränderungen im Mittelpunkt.

Da etliche Untersuchungen der Gefäße sowie eventuell notwendige Operationen von für solche Verfahren spezialisierten Zentren vorgenommen werden müssen, hatte man zu dieser Vortragsveranstaltung mit Dr. Gottfried Mommertz, Chefarzt der Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie am Marienhospital in Aachen, sowie Dr. Rudolf Müller vom Zentrum für Venen und pheriphere Arterien, Eifelklinik St. Brigida Simmerath, zwei Spezialisten hinzu gebeten. Dr. Helmut Saler, Chefarzt der Chirurgie am Linnicher Krankenhaus, der eng mit diesen Kollegen zusammenarbeitet, moderierte den Abend, stellte die beiden Ärzte vor und begrüßte die zahlreichen interessierten Zuhörer im Rathaussaal der Stadt Linnich.

Er erinnerte daran, dass Mobilität mehr bedeute, als sich mit einem Fahrzeug von A nach B zu bewegen. Mobilität heiße auch, sich auf eigenen Beinen fortzubewegen. Dies sei ein Stück Lebensqualität, und dazu benötige man eben auch gesunde Gefäße.

Ohne Symptome

Ausführlich nahm Dr. Mommertz zunächst Stellung zum Bauchaortenaneurysma, an dem schätzungsweise 320 Patienten in der Region Aachen und dem Kreis Düren jährlich erkranken. Risikopersonen sind vor allem Männer über 65 Jahre, Bluthochdruckpatienten, Raucher und andere Personen, die für Gefäßerkrankungen anfällig sind. 80 Prozent von ihnen sind ohne Symptome, bei den übrigen ist das Aneurysma mit Bauch- und Rückenschmerzen und anderen Beschwerden verbunden.

Operiert, so Mommertz, wird meist bei einem Aneurysma ab fünf Zentimetern, aber auch andere Faktoren wie Angst vor einer Ruptur oder Schmerzen spielen eine Rolle. Die Indikation ist stets ganz individuell. Er ging auf die verschiedenen Operationsmethoden ein und informierte kurz über Therapie und Operationen bei Halsschlagaderverengungen. Dabei betonte er ausdrücklich: „Bei solchen Operationen benötigt man ein gutes Team hinter sich und deshalb sollten solche Operationen auch in den Zentren durchgeführt werden.“

Dr. Rudolf Müller wandte sich den Venenveränderungen zu. Man solle sich gut überlegen, ob man wirklich Krampfadern aus kosmetischen Gründen entfernen lassen wolle. Es könnte ja einmal der Fall eintreten, dass sie als Bypässe benutzt werden müssten, warnte er. Müller ging auf die Verschlusserkrankungen der Venen ein sowie auf deren Diagnose und Behandlung. „Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Venenschwächen, deshalb ist es immer sinnvoll, auch auf die Venen zu schauen.“ Er betonte aber auch: „Nicht jede Venenerkrankung muss operiert werden, und einen guten Gefäßchirurgien erkennt man daran, dass er viele Dinge nicht macht.“

Nach den beiden Vorträgen blieb den Zuhörern noch reichlich Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen.

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