Partnersuche: Titz geht eine Dreiecksbeziehung ein

Von: Guido Jansen
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Ziemlich internationale Freunde: (v.l.) Jürgen Frantzen, Leon Frissen und Alfred Lecerf haben sich auf Kasteel Doenrade in Schinnen getroffen. Foto: Gemeinde Titz

Titz. Die Gemeinde Titz hat noch keine Partner-Kommunen. Bürgermeister Jürgen Frantzen hat jetzt einen Versuch unternommen, das zu ändern. Und der unterscheidet sich von dem, was man landläufig als Städtepartnerschaft kennt.

Titz geht möglicherweise eine Dreiecksbeziehung ein, bei der die Partner fast noch in der Nachbarschaft leben, zumindest aber in derselben Region. Zwischen Titz und Lontzen (Belgien) sowie Schinnen (Niederlande) hat sich auf Bürgermeisterebene eine Freundschaft entwickelt, die zu einer festen Partnerschaft werden könnte.

„Ich bin gebürtiger Aachener. Da wird einem der europäische Gedanke in die Wiege gelegt“, schildert Frantzen seine Grundhaltung. Und dann kam der Brexit, die Abstimmung, mit der die Menschen Großbritanniens entschieden haben, die Europäische Union zu verlassen. Das habe ihn fassungslos zurückgelassen. Zufällig habe er darüber mit Christiane Vaeßen gesprochen, Geschäftsführerin des Zweckverbands Region Aachen. „Kennen Sie jemanden, der zu uns passt“, hat Frantzen die einstige Professorin für Technische Chemie an der FH Aachen auf dem Campus Jülich gefragt. Sie kennt. Lontzen beispielsweise, das wie Titz an der Autobahn 44 liegt. Nur heißt die auf belgischem Gebiet E40, Lontzen ist die zweite Abfahrt hinter der Grenze bei Aachen.

„Unsere Strukturen sind gar nicht so unterschiedlich“, sagt Frantzen. Lontzen habe 6000 Einwohner, Titz 8000, beide lägen am Rand einer etwas größeren Stadt, nämlich Eupen und Jülich. Im Sommer traf Franzten seinen Lontzener Amtskollegen Alfred Lecerf. Beide sind sich schnell grün geworden und haben sich entschlossen, noch einen Partner auf niederländischer Seite zu suchen. Wieder kam Vaeßen ins Spiel und empfahl Schinnen, auch, weil die Strukturen ähnlich sind. Schnell haben die drei Verwaltungschefs festgestellt, dass alle drei Kommunen in das EU-Regionalförderungsprojekt Leader eingebunden sind. Der dortige Bürgermeister Leon Frissen war schnell mit im Boot.

Erst kennenlernen

Frantzen will es langsam angehen lassen mit der Partnerschaft. Wichtig sei, dass die Chemie stimmt. „Dass die Bürgermeister sich verstehen, soll nicht das ausschlaggebende Kriterium sein“, erklärt Frantzen.

Deswegen sind Besuche im Rat der anderen beiden Partner geplant. Die Vereine der drei Kommunen sollen sich kennenlernen, bevor darüber nachgedacht wird, die Partnerschaft offiziell zu besiegeln. Die Titzer Karnevalisten besuchen bald die Sessionseröffnung in Lontzen. Auch Fußballer, Schützen und Feuerwehren sollen sich kennenlernen. Es soll quasi eine Verbindung aus Sympathie sein und keine, die von oben angeordnet wird und dann nach einem Jahr erkaltet.

„Wenn unsere Freundschaft dann am Ende in eine feste Partnerschaft mündet, dann ist das um so besser“, sagt Frantzen. Die drei Bürgermeister haben nachgeforscht. „Drei Kommunen aus drei Ländern, die aber in einer Region liegen – das gibt es in Europa sonst nirgends“, formuliert der Titzer Bürgermeister eine Besonderheit der möglichen Partnerschaft.

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