Panzerschilder sind in Jülich noch nicht verschwunden

Von: Guido Jansen
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Eine aussterbende Schilder-Art taucht in Jülich noch recht häufig auf: Diese beiden MLC-Schilder sind auf der bahnhofstraße angebracht. Ihre Tage sind jedoch gezählt. Foto: Jansen

Jülich. Im Schilderwald gibt es im Nordkreis ein Ding, das anderenorts schon längst ausgestorben ist: das Panzerschild. Die richtige Bezeichnung ist MLC-Schild. Das steht für Military Load Class, also militärische Lastenklasse. Es ist gelb, mit schwarzer Schrift, meistens ist ein Panzer oder ein Lkw abgebildet.

Vor vier oder fünf Jahren hat die Bundeswehr erklärt, dass sie die Schilder nicht mehr braucht und deswegen kein Geld mehr an die Straßenverkehrsämter zwecks Pflege zahlt. Im Gegensatz zu vielen anderen Straßenverkehrsämtern in der Region hat die Niederlassung in Jülich die Schilder ohne Funktion noch nicht entfernt. „Sie stören niemanden. Deswegen ist da keine Eile geboten“, sagte Alfred Sebastian von der Regionalniederlassung Ville/Eifel bei Straßen NRW.

International gültig

Das Straßenverkehrsamt Jülich ist eine Außenstelle der Regionalniederlassung. Gleichwohl kündigte Sebastian an, in Jülich noch einmal daran zu erinnern, dass die Schilder weg können. Sie hängen beispielsweise noch an der Bahnhofstraße in Jülich oder an den Brücken vor dem Instandsetzungswerk der Bundeswehr.

1960 wurden die ersten Schilder in Deutschland aufgehangen. Sie waren international gültig, damit auch die Panzerfahrer ausländischer Streitkräfte wussten, wie viel Last die Brücke oder die Straße aushält. Für Panzer und militärische Lastfahrzeuge waren gesonderte Schilder notwendig, da sie keine Zulassung im Sinne der Straßenverkehrsordnung haben. Stattdessen sind militärische Fahrzeuge in Gewichtsklassen aufgeteilt. Und diese Klassen finden sich auf den Schildern wieder.

Die linke Hälfte des zweigeteilten Schildes zeigt an, wie schwer zwei Fahrzeuge maximal sein dürfen, wenn sie gleichzeitig in gegensätzlicher Richtung auf der Brücke oder Straße unterwegs sind. Die Zahl in der rechten Hälfte zeigt das Höchstgewicht für ein einzelnes Fahrzeug an.

Die Panzerschilder waren nötig, weil viele Brücken damals nicht für das Gewicht eines schweren Panzers ausgelegt waren. Der Schützenpanzer Leopard II beispielsweise bringt über 60 Tonnen auf die Waage. Für Brücken neueren Datums ist die Kennzeichnung aufgrund der höheren Tragfähigkeit nicht mehr notwendig.

Wiederverwertet werden können die Überbleibsel aus dem Kalten Krieg nicht. Das neue Beschichten mit einer Folie ist laut Sebastian zu teuer.

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