Overbacher Kammerchor huldigt drei englischen Meistern

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Bei der nächsten „Matinee zur Marktzeit“ am 18. Februar präsentiert der Overbacher Kammerchor in der Propsteikirche englische Vokalwerke dreier großer Meister: Vaughan, Williams, Elgar und Britten. Foto: Kammerchor

Barmen. Innerhalb der Musikreihe „Matinee zur Marktzeit“ präsentiert der Overbacher Kammerchor unter der Leitung von Kerry Jago am Samstag, 18. Februar, 12 Uhr, in der Jülicher Propsteikirche ein Programm mit dem Titel „ Of one that is so fair and bright“ und huldigt darin drei Meister der englischen Musik des 20. Jahrhunderts.

Im Mittelpunkt dieses Konzerts steht die Messe in g-Moll von Ralph Vaughan Williams (1872-1958), umrahmt von geistlichen Chorwerken von Edward Elgar (1857-1934) und Benjamin Britten (1913-1976).

„Ich glaube, dass keine große Musik entsteht, indem sie die Tradition bricht, sondern indem sie ihr etwas hinzufügt. Sibelius hat uns gezeigt, dass der neue Gedanke, der im alten Material verborgen liegt, unerschöpflich ist.“ Es war der englische Komponist Ralph Vaughan Williams (1872-1958), der mit diesen Worten, selbst hochbetagt, im Jahr 1955 seinem 90-jährigen Kollegen Jean Sibelius in einem Geburtstagsgruß seinen Respekt zollte.

Wer die Musik von Vaughan Williams kennt, weiß, dass er mit diesem Zitat sehr wohl auch seine eigene Arbeit charakterisierte und seine eigene musikalische Überzeugung beschrieb. Mit Hingabe und Rückbesinnung auf musikalische Traditionen komponierte er Werke, die den Strömungen von Zwölftonmusik und Serialismus trotzten. Einen großen Einfluss auf Vaughan Williams’ Musiksprache hatten seine intensive und wissenschaftliche Begeisterung für die elisabethanische Musik wie die etwa von Henry Purcell, der Renaissance sowie für englische Volkslieder, die Vaughan Williams in weiterverbreiteten Sammlungen wie dem „English Hymnal“, das Englische Gesangbuch, herausgab.

A London Symphony

Am bekanntesten wurden seine insgesamt neun Sinfonien, darunter „A London Symphony“, und fragt man einen Engländer, so gehören Vaughan Williams’ „Norfolk Rhapsodies“ oder die „Fantasia on a Theme by Thomas Tallis“ selbstverständlich zum kulturellen englischen Nationalerbe. Unter dem Eindruck des ersten Weltkrieges schrieb Vaughan Williams von 1920 bis 1921 die Messe in g-moll für Soli und Doppelchor. Sie steht deutlich im Sinne alter Musiktraditionen. In ihrer Vokalpolyphonie greift Vaughan Williams auf die Vorbilder der vorreformatorischen, abendländischen Musikepoche zurück. Jedoch ermöglicht er dem Hörer durch die Betonung der musikalischen Linien, durch die Verschärfung der Harmonien, durch Steigerungen und effektive Kontraste einen intensiven und gefühlvollen Zugang zum Stück.

Für Kerry Jago, Neuseeländer und Brite, gehört die Messe von Vaughan Williams mit zu den schönsten, wohlklingendsten geistlichen Vokalwerken: „Obwohl Vaughan Williams bekennender Agnostiker war, schrieb er eine Messe, die eine tiefe spirituelle und mystische Kraft ausdrückt. Das mag grotesk erscheinen, aber dies bestätigt doch wiederum, dass allein Musik – unabhängig von Bekenntnissen – Inspiration und Energiequelle zu sein vermag“, bringt es Jago auf den Punkt und freut sich auf die Aufführung mit Werken seiner musikalischen und geographischen Heimat.

Der Eintritt zur Matinee ist frei.

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