„Overbacher Camerata“ macht die Jülicher Kirche voll

Von: ptj
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Fließend und einfühlsam interpretiert: Die „Overbacher Camerata“ mit (v.l.) Charlotte Pape, Philemina Pallaske, Kerry Jago und Jochen Grooß glänzen im voll besetzten Jülicher Gotteshaus. Foto: Jagodzinska

Jülich. Ein voll besetztes Gotteshaus ist generell ein seltener Anblick, vor allem aber an einem Samstagmittag. In diesen Genuss ist die aufführende „Overbacher Camerata“ bei der insgesamt dritten „Matinee zur Marktzeit“ in der Propsteikirche gekommen.

Das anspruchsvolle musikalische Programm aus barocken Sonaten und englischen Tänzen interpretierten Kerry Jago am Orgelpositiv, die Alt- und Sopranflötistinnen Philomena Pallaske, Gründerin des Ensembles, Charlotte Pape und der erst zwölfjährige Cellist Jochen Grooß.

Die Camerata konzentriert sich vor allem auf die Instrumentalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts. Anstelle der barocken Großmeister wurden aber in erster Linie zu unrecht vergessene Komponisten aus der barocken Musikepoche zu Gehör gebracht.

Wunderschön fließend und einfühlsam spielte das Quartett zunächst die Triosonate in c-moll des schwedischen Komponisten Johann Helmich Roman in vier Sätzen. Die Triosonate war mit zwei obligaten Oberstimmen und Generalbass eine der wichtigsten Gattungen der Kammermusik in der Barockzeit. Roman erlangte als erster schwedischer Komponist internationale Bedeutung.

Es folgten die bewegten Sätze zwei, drei und vier der Sonate in a-moll aus der Feder des niederländischen Flötisten und Oboisten Johann Christian Schickhardt. Weil das Werk nur für eine Blockflöte und Begleitinstrumente geschrieben ist, solierte Flötistin Charlotte Pape. Nun wechselten Musikgattung, -art und Zeit: Zu Gehör gebracht wurden vier historische Tänze, darunter „Jamaica“ und „Hyde Park“, aus der ersten Sammlung des englischen Musikverlegers John Playford.

Seine erste Sammlung mit Noten und Tanzbeschreibungen der bürgerlichen „Social Dances“ betitelte Playford „The English Dancing Master“. Hierzu legten Pallaske und Pape ihre Altblockflöten zur Seite und griffen zu den Sopranblockflöten. Der Aufforderung von Kerry Jago, zum instrumentalen Spiel zu tanzen, folgte allerdings kein Konzertbesucher.

Bei der im französischen Stil verzierten Sonate Nr. 4 in a-moll des belgischen Komponisten John Loeillet solierte Flötistin Philomena Pallaske erneut auf der Altflöte. Loeillet, der eigentlich Jean-Bepatiste Loeillet de Gant hieß, anglisierte in London seinen Namen.

Abschließend spielte wieder das Gesamtensemble das Werk eines bekannten deutschen Komponisten des Barock, die verträumte Triosonate in g-moll von Georg Philipp Telemann.

Kräftiger Applaus und etliche Münzen und kleine Scheine in den Spendenkörben belohnten die fabelhafte Leistung des Ensembles in Jülich.

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