Overbacher Blasorchester: Von „Krieg der Sterne” bis „Derrick”

Von: ptj
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Höchster musikalischer Anspruch im Brückenkopfpark: Das Overbacher Blasorchester begeistert bei strahlendem Sommerwetter. Foto: Jagodzinska

Jülich. Trotz großer Konkurrenzveranstaltungen versammelten sich zahlreiche Musikinteressierte um die Hauptbühne im Brückenkopfpark, um einem gelungenen Konzert des Overbacher Blasorchesters zu lauschen. Mit der markanten Titelmusik des deutschen Exportschlagers „Derrick” von Les Humphries eröffneten die Bläser schwungvoll ihr Sommerkonzert.

Mit Deutschland-Accessoires zu ihrem Outfit teilten die über 40 Blas- und Percussionmusiker aller Stufen des Gymnasiums Haus Overbach die Fußballeuphorie.

Einen bestimmten Ton versprach Dirigent Stephan Hebeler dem Publikum jedoch zu ersparen, das tiefe „B” in einer Frequenz von 230 Hertz, den Ton der afrikanischen Fußballtröten.

Stattdessen gab es feinste Blasmusik mit höchstem Anspruch zu hören: Ein Beatles-Medley mit häufig wechselnden Tempi aus acht „ausgewürfelten” Hits war gleichsam die Feuerprobe für den neuen Schlagzeuger Lukas Nerstheimer, der diese jedoch mit Bravour bestand.

Mit über 20 unterschiedlichen Instrumenten ohne die Percussion bekundet das Overbacher Blasorchester nicht nur äußerlich seine Nähe zu einem Sinfonieorchester. Es interpretierte zwei Sätze aus „Aquarium”, einem schnellen und anmutigen Stück aus dem Bereich der Programmmusik des niederländischen Posaunisten Johan de Mej, der sich mit Sinfonieorchestern wie mit Aquarien bestens auskennt.

Als Programmmusik wird Instrumentalmusik bezeichnet, die einem Programm aus dem außermusikalischen Bereich folgt und als Titel der Komposition vorangestellt wird. Es folgten vier Sätze aus der Filmmusik „Krieg der Sterne” von John Williams. Dieser komponierte nach dem Prinzip der wagnerischen „Leitmotiv-Technik”, nach der jeder Charakter sein eigenes Musikmotiv besitzt und die Handlung leichter nachvollziehbar macht.

„Exklusiv” wurde nach Ankündigung Hebelers auch eine Szene zu Gehör gebracht, die im Kino stets im Nachspann gespielt wird und so kaum bekannt ist. Begeisterter Applaus folgte besonders den beiden letztgenannten Stücken, deren Schwierigkeitsgrad der höchsten Leistungsstufe eines Schulorchesters entspricht.

Unter die Haut ging im Anschluss die verjazzte Version des Duke-Ellington-Klassikers „Caravan” mit seinen starken Kontrasten zwischen orientalischen und Swing-Elementen. Fetzige „Rhythm and Blues Music” folgte, in Gestalt eines Querschnitts aus dem Kultfilm „Blues Brothers”.

Die vom Publikum gefeierten Musiker bedankten sich mit zwei Zugaben, eine davon war „I will follow him” aus dem Musical „Sister Act”. Wer sich bereits auf die nächsten Auftritte des Overbacher Blasorchesters freut, es wird bei der Overbacher Kirmes im September und beim traditionellen Adventssingen der Schule zu hören sein.
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