Titz - Ovationen bei Josef Nüßers Abschied

Ovationen bei Josef Nüßers Abschied

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
nüßertschöbu
Leitete letztmals eine Ratssitzung in Titz: Bürgermeister Josef Nüßer.

Titz. Der Abschied fiel ihm sichtlich schwer. Nach zehn Jahren an der Spitze der Titzer Verwaltung sagte Bürgermeister Josef Nüßer (CDU), der bei den Kommunalwahlen auf eine weitere Kandidatur aus persönlichen Gründen verzichtet hatte, dem Gemeinderat Lebewohl.

Der Christdemokrat zog am Ende der letzten planmäßigen Sitzung Bilanz, die Nüßer auf diese Formel brachte: den „Titzer Weg der unspektakulären Zukunftssicherung”. Nicht nur die Ratsvertreter, auch die sonst stets kritischen Zuhörer zollten dem Christdemokraten mit Applaus und Ovationen Respekt.

„Hören Sie auf, ich kann Sie doch jetzt nicht zur Ordnung rufen”, quittierte Nüßer diese Ehrerbietung mit verlegenem Humor. Dabei hatte der Verwaltungschef zuvor mit seiner Überzeugung nicht hinter dem Berg gehalten: „Ich war gern für die Bürger unterwegs, es ist mir nicht an einem Tag eine Last gewesen. Ich habe Anfeindungen und Diffamierungen über mich ergehen lassen müsssen - um der Sache willen. Aber wie heißt es so treffend: Jedermanns Liebling ist jedermanns Depp!”

Auf das vergangene Jahrzehnt blickt der scheidende Erste Bürger nüchtern, aber nicht ohne Stolz: „Es gab keinen Mangel an Ergebnissen!” Obwohl die Gemeinde ein „Opfer staatlicher Steuerpolitik” gewesen sei, sei es gelungen, den „Haushalt geordnet zu halten und entwicklungsrelevante Investitionen dennoch” zu tätigen, so Nüßer am Donnerstagabend.

Beste Beispiele sind nach seiner Ansicht die Ertüchtigung von Schulen, von Kindertageseinrichtungen sowie das Angebot der U3-Betreuung, die Jugendarbeit als Ergänzung oder Alternative zu Vereinsangeboten, das Angebot an Baugrundstücken sowie die Schaffung von Einkaufsmöglichkeiten, „die sogar noch erweiterbar sind”. Schon zu Beginn der Sitzung hatte Nüßer seine Verwaltungsmitarbeiter für ihr großes Engagement bei der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzsystems (NKF) gelobt: „Das war echte Pionierarbeit.”

Diese Umstellung haben die Titzer so früh wie keine andere Kommune im Kreis hinbekommen. Im Rat gab es druckfrische Zahlen: Durch die Beschränkung auf die absoluten Pflichtleistungen in 2006 und 2007 wurden die prognostizierten Defizite von 968.000 und 260.000 Euro sogar in leichte Überschüsse von 1300 und 1400 Euro „verwandelt”. Josef Nüßer: „Wir haben verantwortungsvolle Haushaltswirtschaft betrieben.”
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