Orientierungshilfe bei der Berufsfindung

Von: Kr.
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Die wichtigsten Personen, die an diesem Jobstarter-Projekt teilhatten, waren die Schüler und die Unternehmer, die ihnen einen Praktikumsplatz boten. Doch auch die offiziellen Vertreter und Initiatoren hatten ihren Teil zum Gelingen beigetragen. Foto: Krol

Linnich. Eine Berufsorientierung wird den Schülern und Schülerinnen der Realschule Linnich schon lange angeboten. Die Berufspraktika in der 9. Klasse gehören ebenso dazu, wie die Möglichkeit, an drei Tagen Betriebe kennenzulernen und seine Fähigkeiten zu erkunden.

So besuchen die Jugendlichen am ersten Tag mit ihren Eltern deren Arbeitsplatz, der zweite Tag steht für die Besichtigung größerer Betriebe der Region und am dritten Tag wird in der Schule ein Parcours der Fähigkeiten errichtet, an dem die Schüler sich und ihre Talente ausloten.

Doch dies schien vielen noch nicht genug zu sein. So hatte Bärbel Cremer, eine der Lehrerinnen an der Schule, eine blendende Idee. Sie fand, es müsse möglich sein, im Rahmen des Nachmittagsangebots an der Schule auch eine Berufsorientierung anzubieten.

Ein offenes Ohr fand sie bei Schulleiterin Reinhild Behr-Bennemann und ihren Kollegen. Hilfe bot außerdem Margit Keller an, die für die Handwerkskammer Aachen die Vernetzung von Handwerksbetrieben und Schulen betreut. Damit war die Jobstarter AG an der Realschule geboren, ein Pilotprojekt im Nordkreis Düren.

Schnell hatten sich zehn Handwerksbetriebe gefunden, die Praktikumsstellen anbieten wollte. Zu diesem Zeitpunkt übergab Margit Keller das Projekt in die sachkundigen Hände von Betriebswirtin Susanne Bongs. Insgesamt fanden sich 20 Betriebe, die 29 Stellen für Praktikanten zur Verfügung stellten. Es waren allerdings nicht nur Handwerker, sondern auch Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen, die mit ins Boot kamen.

Interessiert zeigten sich außerdem 24 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 8. In ihrer Freizeit, an Samstagen oder Brückentagen, am Nachmittag und in den Ferien absolvierten sie in den von ihnen ausgesuchten Betrieben insgesamt 24 Arbeitsstunden, um einen Einblick vom Berufsbild zu erlangen. Dabei waren die jungen Leute auf ganzer Linie selbst gefordert. Sie mussten den Kontakt zum Betrieb herstellen und ihre Arbeitszeiten organisieren. Dafür floss ihr Engagement auch ins Zeugnis ein, ein Pfund, mit dem sie bei späteren Bewerbungen wuchern können.

Nachdem dieses Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen war, versammelten sich alle Beteiligten in der Aula der Realschule, um ein Fazit zu ziehen. Die Schulleiterin dankte noch einmal allen Mitwirkenden. Einen besonderen Applaus fordert sie aber für die Schüler ein, die so viel Engagement gezeigt hatten.

Bereitwillig legte dann auch eine fünfköpfige Gruppe, die im Linnicher Krankenhaus gearbeitet hatte, ihren Bericht vor. Keine der jungen Damen will zwar später einen Pflegeberuf ergreifen, dennoch fanden sie es gut und richtig, dort ihre Erfahrungen gemacht zu haben.

Auch Wilhelm Barkey, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer freute sich über den guten Abschluss des Projektes. Wenn man als Handwerker erfolgreich arbeiten will, ist es wichtig gute Lehrlinge zu gewinnen, fand er und meinte weiter: „Unser Ziel ist es Schüler und spätere Lehrherrn möglichst früh zusammen zu bringen.”

Unter den Gästen war auch Bundestagsabgeordneter Thomas Rachel. „Gute Berufsorientierung ist die Grundlage für ein erfolgreiches und ausgefülltes Berufsleben”, meinte er und wies auf die Jobstarter-Projekte hin, die vom Bundesbildungsministerium gefördert werden. Es freute ihn besonders, dass hier an der Schule von Null-Bock-Mentalität nichts zu spüren sei, und fand, dass die jungen Leute auf einem guten Weg seien.

Im Anschluss an den offiziellen Teil nutzten Unternehmer und Handwerker, Schüler und Lehrer die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, denn die Jobstarter-AG soll fortgesetzt werden. Barkey hoffte sogar, dass andere Schulen diesem Modell folgen werden.

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