Orchester will Park zum swingen bringen

Von: ng
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Workshopleiter Martin Schädlich bringt frischen Wind in das Musikrepertoire seiner Schüler. Schon bei den ersten Proben sind die rund 30 Nachwuchsmusiker im Big-Band-Rausch. Foto: Gottfroh

Jülich. . In den Sommerferien einfach rumhängen, beim Fernsehen die Zeit totschlagen oder das Freibad unsicher machen ist für viele Jugendliche wohl das erklärte Ziel der heiß ersehnten Sommerferien. Für andere ist ein solcher Zeitvertreib reine Zeitverschwendung - sie brauchen auch in ihrer schulfreien Zeit eine besondere Herausforderung.

Eine solche haben rund 30 Musikbegeisterte Jugendliche aus Jülich, dem Kreis Düren und den angerenzenden Landkreisen - in der Musikschule Jülich gefunden. Für den Workshop „Blasorchester im Big Band-Rausch” drücken die Nachwuchsmusiker auch in den Ferien gerne einmal eine Woche lang von 10 Uhr am Morgen bis in den frühen Abend die Schulbank.

Doch auch bei so viel freiwilligem Engagement sind die Jugendlichen froh über eine kleine Verschnaufpause. Schon in den ersten Probestunden hatten die Musiker zwar im Schnelldurchlauf, aber dennoch hochkonzentriert - auf ihren Blasinstrumenten nicht weniger als 10 Lieder in ihrem gerade erst zusammengefundenen Orchester geprobt.

Bevor unter der Leitung von professionellen Musikern die Proben in Kleingruppen weitergingen, hatten sich die Jugendlichen einen kurzen Moment, um neuen Atem zu holen, redlich verdient.

Wie in der Schule ging zu Pausenzeiten auch in der Musikschule sofort das Geplauder los. „Der ist ja so cool”, schwärmte eine Mädchengruppe von ihrem Workshopleiter Martin Schädlich.

Frischer Wind für Gemüter

Dass der Diplom-Musiklehrer frischen Wind in die Gemüter und das musikalische Repertoire seiner Schüler bringt, wird dem Zuhörer schnell klar. In der Musikschule swingt es wie in den Jazz-Schuppen von New Orleans.

Locker und beswingt leitet er seine Schüler an, schnippst mit den Fingern und wackelt rhythmisch mit dem Kopf, dass sein langer Pferdeschwanz mitschaukelt.

Bei einem Lehrer, der die Liebe und den Spaß an der Musik auf diese Weise vermittelt, gehen die Nachwuchsmusiker nach der Pause - anders als zum Matheunterricht - gerne wieder zurück an die Arbeit.

Schließlich haben Lehrer und Schüler eine Gemeinsamkeit, auf der sich gute Beziehungen aufbauen lassen - alle teilen sich die Liebe zur Musik. So nehmen alle Teilnehmer die Schulferien zum Anlass, sich einmal ganz und gar auf ihr Hobby, die Musik konzentrieren zu können.

Neben dem Wunsch Spaß zu haben, steht für die Jugendlichen ein großes, gemeinsames Ziel.

Proben für großen Auftritt

Nach fünf Probetagen möchten sie gemeinsam auf der Bühne des Brückenkopf-Parks stehen und zusammen mit der Bläservielharmonie Hambach ein Big Band Konzert geben.

Dabei werden sie Songs wie „Pink Panther”, „Big Band Memories” und „Swing when youre winning” zum Besten geben.

Fabian Faupel freut sich schon auf den Abend im Park. Der Simmerather hat bereits Big Band-Erfahrung gesammelt - schließlich spielt der 17-jährige schon seit neun Jahren Posaune.

Zwei seiner Freunde und Bandkollegen sind beim Workshop bereits das zweite Mal mit von der Partie und warengenau wie im letzten Jahr begeistert.

„Klar, dass ich in diesem Jahr auch dabei bin, wo die Beiden so viele gute Erfahrungen gesammelt haben”, erklärt Fabian. Keine Frage, nicht nur für ihn bedeutet der Workshop mehr Spaß als Arbeit.

Das kann auch Katarina Krebs aus Jülich nur bestätigen. Die 13-jährige spielt erst seit einem halben Jahr Posaune, doch ist sie mit Feuereifer dabei: „Bisher komme ich gut mit. Ich habe aber zu Hause schon die Noten geübt. Schließlich macht es Spaß zu spielen und ich möchte nicht hinterherhinken”.

So schallte aus den Räumen der Musikschule schon bald wieder Swing-Musik, die nicht nur die Füße der Musiker zum Wippen brachte.

Passanten, die an der Musikschule vorbeischlenderten, blieben bei Klassikern von Frank Sinatra gerne einmal einen kurzen Moment stehen und lauschten den Klängen, an deren Perfektion die 30 Jugendlichen feilten.

„Wir haben noch viel zu tun in den nächsten Tagen”, erklärt der Leiter Martin Schädlich. „Aber keine Bange, dass schaffen wir”, machte er seinen Schülern Mut. Dass manche Töne noch nicht saßen, war für das ungeschulte Ohr kaum erkennbar.

Schließlich schaffte es Schädlich bei den Proben geschickt, das Ensemble immer mehr zu einer harmonischen Einheit werden zu lassen, so dass die Besucher beim Konzert im Park sicherlich restlos begeistert sein werden. Das Konzert wird am Freitag, 7. August, um 18 Uhr auf der Hauptbühne des Brückenkopfparks beginnen.
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