Operation Schwanenteich II wird gestartet

Von: gep
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„Auf“ und „Davon“ wurden nach ihrem Abflug die beiden Schwarzschwäne getauft. Jetzt soll erneut ein Pärchen auf dem Schwanenteich ausgesetzt werden – nach einem naturnahen Umbau des Entenpfuhls. Im Hintergrund die beiden Nilgänse, die bereits zwei Mal mit Erfolg gebrütet haben. Foto: Jagodzinska
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1. Mai 2013: Martin Marquardt setzt die Schwäne aus. Ein zweiter Versuch wird jetzt gestartet.

Jülich. Diesmal sollen die Schwäne auf dem Jülicher Schwanenteich auf Dauer sesshaft werden, wie das etwa acht Jahrzehnte der Fall war. Deshalb soll der Entenpfuhl am Neuen Rathaus naturnah umgebaut werden.

Um das zu bewerkstelligen, hat Martin Marquardt mit einigen Mitstreitern Pläne erstellt und Sponsoren mobilisiert, darunter zwei große Bauunternehmen. Unter dem Strich, so betonen die Initiatoren, müsse die Stadt so gut wie keinen Cent bezahlen, auch wenn notfalls Unterstützung vom Tiefbauamt erwartet wird. Umbau, Pflege und Unterhalt seien gesichert, versichert Marquardt. Aus dem Rathaus ist dern Initiatoren bereits „vorauseilender Gehorsam“ signalisiert worden.

„Das kahle Gewässer ist nicht artgerecht“, sagte Marquardt bei der Erläuterung der Pläne im Bürgerausschuss des Stadtrates. Die erste „Kiellegung“ war im vergangenen Jahr gescheitert. Auf Initiative der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus war am 1. Mai 2013 ein aus dem Brückenkopfzoo stammendes schwarzes Schwanenpaar ausgesetzt worden. Doch die Tiere hatten sich schnell wieder verflüchtet. Über die Gründe („Weggefangen“, „weggeflogen“) wollte Marquardt nicht spekulieren, aber „die beiden Viecher sind abgehauen“.

Nun aber soll der Schwanenteich so hergerichtet werden, dass sich die Tiere heimisch fühlen können. Für die Operation „Schwäne II“ sind „keine großen Maßnahmen“ erforderlich, so Marquardt, viel müsse nicht geändert werden. Im Detail ist dies geplant und schrittweise zu realisieren: An der Kartäuserstraße wird das in Stein und Beton gefasste Ufer auf einer Länge von 25 bis 30 Metern abgeböscht, dann werden Wasserbausteine, unbearbeitete Bruchsteine unterschiedlicher Größe zur Hang- und Uferbefestigung eingesetzt und mit Kies zugeschüttet.

Es soll etwa zehn bis 15 Meter von der Abböschung entfernt eine rund vier Quadratmeter große lnsel errichtet werden, auf der die Tiere auf einem Kiesbett ihr Nest bauen können. Diese lnsel erhält zu zwei Dritteln an ihrem Rand eine niedrigwachsende, standortgerechte Bepflanzung. lm Teich selbst werden, so Marquardt, fünf bis sechs Pflanzkörbe mit Seerosen und drei bis vier Schwimminseln platziert. An drei Stellen in unmittelbarer Nähe der abgebrochenen Mauereinfassung werden etwa ein mal drei Meter große Pflanzbeete auf der Rasenfläche mit einer typischen Uferbepflanzung angelegt. Gegebenenfalls müssten sie umzäunt werden, um etwa Hunde auf Abstand zu halten.

Zudem sollen noch vier bis fünf Trauerweiden gepflanzt werden. Marquardt: „Die Tiere brauchen Deckung, sonst werden sie zudem in der Sonne gebraten.“ Auch das nur von Tauben bevölkerte Entenhaus soll wieder hergerichtet werden. Es bekommt einen neuen Anstrich, wird an zwei Seiten bepflanzt und wieder geöffnet, damit die Enten dort brüten können.

Entenhaus zugenagelt

Wie sich Ausschussmitglied Winfried Cremerius (FDP) erinnerte, war die Holzhütte, die die vor drei Jahrzehnten verschwundenen weißen Schwänen als Brutstätte nutzten, einst zugnagelt worden, weil ein Zeitgenosse dort immer zu nächtigen gedachte.

Die beiden „ganz großen Sponsoren“, so berichtete Marquardt im Bürgerausschuss, seien von dem Projekt „begeistert“. Zwei Gartenbaubetriebe würden Planung und Bepflanzung übernehmen Es würden aber noch Sponsoren etwa für dieBeete, für Seerosen oder Teichlilien gesucht.

Die Höhe der Fontäne allerdings, so Marquardt, muss im Interesse der Tiere auf etwa ein Drittel reduziert werden. Damit würden sich die Stromkosten verringern sowie Spaziergänger und Sparkassenkunden nicht mehr „eingenebelt“. Der Sauerstoffeintrag in den Teich sei im übrigen durch den Frischwassereinlauf aus Ellbach und Mühlenteich gewährleistet.

Nach dem Umbau, erwartet Marquardt, wird der Schwanenteich, der Jahrhundete lang als Fischteich, Viehtränke und Waschbottich genutzt worden war, von der Bevölkerung „anders angenommen“ werden. Vielleicht werde dann auch die leerstehende Trinkhalle als Café mit Außengastronomie genutzt werden.

Marquardt führt mit seinen Mitstreitern außerdem städtebauliche Argumente an. Nach den Wiederaufbauplänen des Aachener Architektur-Professors René von Schöfer (1883 – 1954) sollte das Areal zwischen Bahnhofstraße und Kartäuserstraße als Villenviertel angelegt werden. Dessen nördliche Seite sollte durch eine naturnahe Wasserfläche auf die eng bebaute Stadt mit ihrem Renaissance-Grundriss überleiten, die Innenstadt zugleich durch das Neue Rathaus abgegrenzt werden.

Hier sollte laut Nachkriegsplanung ein naturnaher repräsentativer Stadteingang entstehen.

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