Open-Air-Kino: Am Brückenkopf wird die große Leinwand aufgebaut

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Open Air Kino, KuBa, Cornel Cr
Cornel Cremer und Christoph Klemens (v.l.) bereiten das Open-Air-Kino vor.

Jülich. Spätestens am 4. Juli ist der Sommer da. Rechtzeitig zum Start des Open-Air-Kinos wird er sich einfinden, verspricht die Veranstaltergemeinschaft von Kultur im Bahnhof, DPvB Veranstaltungstechnik, Brückenkopf-Park und Kulturbüro Jülich, das vier Filme ausgewählt hat.

Neben dem Publikums-Hit des letzten Sommers werden ein großer Film eines großen Regisseurs, eine Komödie von jenseits des Weißwurst-Äquators und ein Bio-Pic mit Meryl Streep gezeigt. Kostenlos gibts extra viel frische Luft.

Am Mittwoch, 4. Juli, startet die erneut von der Sparkasse Düren präsentierte Open-Air-Reihe mit „Almanya - Willkommen in Deutschland”. Drei Tage nach der Europameisterschaft stellt sich auf der Leinwand im Park ein Sechsjähriger die Frage: „Wer oder was bin ich eigentlich - Deutscher oder Türke?” Cenk Yilmaz ist traurig, denn weder seine türkischen noch seine deutschen Mitschüler wollten ihn in ihre Mannschaft wählen. Mesut Özil hat dies sicher anders erlebt, allerdings dürfte er sich Frage ebenfalls gestellt haben.

Um Cenk ein wenig zu trösten, erzählt ihm seine 22-jährige Cousine Canan die Geschichte ihres Großvaters Hüseyin, der Ende der 60er Jahre als Gastarbeiter nach Deutschland kam und später seine Frau und Kinder nach „Almanya” nachholte. Der Film beruht zum Teil auf eigenen Erlebnissen, die den Zuschauer auf unterhaltsame Weise teilhaben lassen an einer Welt zwischen Orient und Okzident, einer kultur- und generationenübergreifenden Familiengeschichte.

Eine Woche später, am 11. Juli, folgt der große Paris-Film von Woody Allen. So romantisch und hinreißend war Allen schon lange nicht mehr! Man gewinnt den Eindruck, dass er, seit er in Europa dreht, besser und besser wird. Sein komplett in Paris entstandener Film ist eine berauschende und charmante Liebeserklärung an die Stadt der Liebe und die Kraft künstlerischen Strebens. Ein Wunschtraum geht für den Amerikaner Gil in Erfüllung, als er mit seiner Verlobten Inez seinen Urlaub in Paris verbringen kann. Seit seiner Jugend schwärmt Gil von der dortigen Künstlerszene der 20er Jahre. Wenn er nur damals hätte leben können!

Inez hat kein Verständnis für seine Schwärmerei. Eines Abends bricht Gil alleine auf und verirrt sich bei seinem Streifzug durch die Straßen der Stadt der Liebe. Punkt Mitternacht geschieht etwas Wundersames: Gil wird von einer Limousine aufgelesen, die ihn geradewegs in die Roaring Twenties transportiert, zu all den legendären Künstlern, die er bewundert hat! Mit einem Mal ist nichts mehr so, wie es war...

Nach einer Sommerpause meldet sich das Open-Air-Kino Ende August mit zwei weiteren Highlights zurück: Am Freitag 24. August, wird „Eine ganz heiße Nummer” gezeigt. Eine kleine Dorfgemeinschaft im Bayerischen Wald. Der Geist der katholischen Kirche ist zwar allgegenwärtig, doch mangelt es seit Schließung der Glashütte an wirtschaftlicher Perspektive.

Der Lebensmittelladen von Waltraud, Maria, und Lena steht vor der Pleite, in vier Wochen läuft der Kredit ab. Da erhält Maria einen schmutzigen Anruf. Der Kerl ist offenbar falsch verbunden, doch der peinliche Zwischenfall bringt Maria auf eine geniale Idee: ein erotischer Telefonservice - im erzkatholischen Marienzell eine echte Marktlücke. Mit selbstgedruckten Handzetteln und dem Slogan „Das Allerbeste aus unserer Heimat” wirbt das Trio für seine „ganz heiße Nummer”.

Zum Abschluss der Reihe läuft am Mittwoch, 29. August, „Die eiserne Lady”. Der Film erzählt die Geschichte von Margaret Thatcher. Sie kam aus einfachem Hause und war die erste weibliche Regierungschefin Europas. Ihr Vater war Kolonialwarenhändler, methodistischer Laienprediger und Bürgermeister ihrer Geburtsstadt, die Mutter gelernte Hausschneiderin. Margaret Thatcher hob Grenzen zwischen Geschlechtern und Klassen auf und behauptete sich in einer bis dahin von Männern dominierten Welt.

Sie war unverwechselbar in Stil, Gestus, politischer Haltung, bei der Durchsetzung ihrer Ziele. Dafür wurde sie von den einen gefürchtet, von den anderen verehrt. Ein Mythos. Das gilt auch für Hauptdarstellerin Meryl Streep, die für ihre Leistung zum dritten Mal mit dem Oscar für die beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet worden ist.

Alle Filme starten gegen 21 Uhr. Einlass ist jeweils von 20 Uhr an. Der Eintritt beträgt sieben Euro bzw. sechs Euro ermäßigt.
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