Op Platt jekallt und verzällt: Neuauflage des Jülicher Mundartabends

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Jülich. Mundart und Dialekte waren eine Zeit lang verpönt: Wer Dialekt oder in seinem Hochdeutsch dialektgefärbt sprach, wurde schief angesehen: Die Assoziationen reichten von „Bauerntrampel” bis „doof”, was im Übrigen dazu führte, dass auch in der Schule Kindern „das Platte” - da steckt auch schon eine Abwertung drin -mit aller Macht ausgetrieben wurde.

Heute hat sich das Blatt gewendet: Mundart ist in! Musiker, Kabarettisten, Filmschaffende erkannten, dass mit der Mundart noch immer viele Menschen und Authentisches zu erreichen sind. Merkwürdig nur, dass Kölsch als Fernsehdialekt noch nicht so en vogue ist, außer natürlich in der fünften Jahreszeit, und da auch nur in sehr abgespeckter Form. Das mag daran liegen, dass der rheinländische Dialekt wirklich schwer zu verstehen ist. Mancher hält ihn sogar für eine Fremdsprache mit eigenen Vokabeln, eigener Grammatik und eigenen Redewendungen.

Wie auch immer: Wer die „Moddersprooch” verstehen kann, wird seine helle Freude haben an einer Veranstaltung, die die Volkshochschule Jülicher Land in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Jülich, Abteilung Mundartfreunde, jetzt bereits zum 17. Mal durchführt. Und wer weiß, dass Tradition im Rheinland bereits mit dem dritten Mal eintritt, sieht, dass es sich hier sogar um eine Institution handelt, die nicht mehr wegzudenken ist.

Diesmal weicht die Tradition aber leicht ab, denn „Zom 17. Mol: Jülicher Mundartabend - verzallt, jesonge on jespellt” findet an einem Samstag statt, und zwar am 1. Dezember in der Stadthalle. Wegen der großen Nachfrage ist die Veranstaltung wie stets geteilt: Um 16 Uhr beginnt die Nachmittagsvorstellung und mit dem gleichen Programm um 19.30 Uhr die Abendvorstellung.

Und natürlich sind sie alle wieder mit dabei, die auch in den letzten Jahren am Erfolg mitgewirkt haben, so die Protagonisten der Mundartfreunde, wie immer unterstützt von den „Münstereifeler Mundartfreunden”, in Jülich auch durch ihre Solo-Auftritte bestens bekannt. Deftige und heitere, aber auch hinsichtlich der beginnenden Weihnachtszeit schon fast besinnlich stimmende Sprachkost ist garantiert. Eintrittskarten gibt es wie immer in der Geschäftsstelle der VHS (? 02461/63231) und bei der Firma Bücher-Buntenbruch, Neußer Str. 7.
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