Ökokonto: Aufstockung in Linnich vertagt

Von: ojo
Letzte Aktualisierung:

Linnich. Die Aufstockung des Ökokontos der Stadt Linnich geht nicht so geschmeidig über die Bühne, wie die scheinbar unspektakuläre Vorlage es erwarten ließ.

Allein der Blick auf die Zahlen machte das Ausmaß der geplanten Aufstockung deutlich und führte im Ausschuss für Stadtentwicklung prompt zur Gretchenfrage, die Cato Hilfert (Bündnisgrüne) stellte: „Da kommen fast zweimal so viele Flächen hinzu, als wir bisher schon ausgewiesen haben. Hat das mit der Ausweisung von Ausgleichsflächen für Windkraftanlagen zu tun?“

In beiden Fällen lag Hilfert richtig. Das noch junge Ökokonto - darin sind Flächen ausgewiesen, auf denen der ökologische Ausgleich etwa für neu angelegte Baugebiete erfolge soll - enthält zurzeit noch ausgewiesene Flächen von insgesamt 6,4 Hektar, vorwiegend bei Floßdorf. Die Erweiterung brächte zusätzlich 12,4 Hektar aufs Konto. Und tatsächlich sind davon Flächen zum Ökoausgleich der geplanten Windkraftanlagen Körrenzig-Kofferen-Hottorf vorgesehen, wie Jan Schmidt vom Büro VDH Projektmanagement, bestätigte.

Seine Einschätzung, dass selbst ein aufgestocktes Ökokonto keinesfalls ausreiche, den benötigten Bedarf an Ausgleichsflächen für die Windkraftanlagen abzudecken. Karl-Heinz Königs (CDU) hatte nachgerechnet: „Wir haben 18,8 Hektar Linnicher Flächen in der Planung, brauchen für die Windkraft 65,5 Hektar. Wo wo wollen Sie die Flächen herholen?“

Nicht nur das. Hilfert wie auch Hans-Willi Lehnen und Hans-Willi Dohmen von der CDU verwiesen auf die Forderung, den notwendigen Ökoausgleich der Windkraftanlagen vor Ort, also bei Körrenzig, Kofferen und Hottorf beispielsweise vorzunehmen. „Haben wir uns davon verabschiedet?“, fragte Lehnen. Nein, meinte Schmidt und verwies auf eine Mixlösung. Nach der würden ein Drittel Ökoausgleich vor Ort und zwei Drittel über das Ökokonto und damit auf zum Teil weit entfernten Flächen erfolgen.

Grüne wie auch CDU meldeten vor diesen Hintergrund Beratungsbedarf an, zumal, so Dohmen, die Gestaltung der Ausgleichsflächen noch gar nicht thematisiert worden sei. Dies soll die Verwaltung nun konkretisieren und gleichzeitig aufzeigen, wie hoch der Bedarf an Ausgleichsflächen für Windkraftanlagen und Bebauungspläne insgesamt ist. Bis dahin wird das Ökokonto nicht aufgestockt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert