NRW-Minister Schneider plädiert für kulturelle Vielfalt

Von: jago
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Guntram Schneider, NRW-Minister für Arbeit, Integration und Soziales, referierte beim SPD-Bürgerforum in Jülich zum Thema „Integration erfolgreich gestalten“. Foto: Jagodzinska

Jülich. Der Erhalt der kulturellen Vielfalt hat für Guntram Schneider, NRW-Minister für Arbeit, Integration und Soziales, einen hohen Stellenwert. Deren Verlust in Folge von Assimilation, bei der Minderheiten in der Mehrheit aufgehen, würde unsere Gesellschaft negativ beeinträchtigen. Das betonte Schneider beim SPD-Bürgerforum, bei dem er auf Einladung des SPD- Ortsvereins Jülich zum Thema „Integration erfolgreich gestalten“ referierte.

Als Grundvoraussetzung gelungener Integration gelte es, drei wesentliche Faktoren in den Vordergrund zu stellen. Es sei unerlässlich, sich darauf zu verständigen, dass Deutsch ohne Absage an die Muttersprache die Verkehrssprache sei, dass uneingeschränkt unsere Rechtsordnung zu gelten hat und dass die sozialen Rahmenbedingungen allgemein Anwendung finden, so dass die Entstehung von Parallelgesellschaften vermieden wird.

Als Beispiel funktionierender Integration nannte Schneider, dass 33 Prozent der türkischstämmigen jungen Leute in NRW bis 25 Jahre in Folge ihrer Ausbildung über eine Studienberechtigung verfügen. Der im Vergleich zur deutschen Bevölkerung höhere Arbeitslosenanteil von Menschen mit Migrationshintergrund (12 Prozent im Vergleich zu 8,5 Prozent) sei auch eine Folge der „tagtäglichen Diskriminierung“. Um diesem Trend gegenzusteuern, möchte sein Ministerium bis zu einem bestimmten Punkt anonymisierte Bewerbungen für den Ausbildungsbereich des öffentlichen Dienstes einführen.

„Impulse aus der Versammlung“ wollte der OV-Vorsitzende Marco Maria Emunds mitnehmen und eröffnete eine Gesprächsrunde mit dem Minister, bei der individuelle Problembereiche angesprochen wurden. So trug Arnold Beginn, Mitinitiator der 1998 gegründeten „Aktion Turnhalle“, mit der man Jugendliche von der Straße holen will, vor, dass man 100 Jugendliche habe, die man nicht mehr finanzieren könne. „Hut ab vor dem, was Sie da tagtäglich leisten“, nahm Minister Schneider das Anliegen positiv auf und übergab Beginn die Kontaktdaten der zuständigen Sportministerin Ute Schäfer.

Große Zustimmung fand die von Dezernentin Katarina Esser vorgetragene Bitte, sich für den Erhalt der Schulsozialarbeit einzusetzen: „Wir haben die große Sorge, dass die Anschlussfinanzierung nicht gesichert ist.“ Schneider bestätigte die Notwendigkeit, verwies aber auch auf die Finanzierungsverantwortung, aus der man den Bund nicht entlasse. Seine persönliche Einschätzung war unmissverständlich: „Es gibt keine Maßnahme, die sich so positiv entwickelt hat, wie die Schulsozialarbeit.“ Dietmar Nietan bemängelte in dem Zusammenhang die falsche Prioritätensetzung durch die Kreisverwaltung.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung kamen Themen wie Islamunterricht an Schulen, die steigende Zahl von Bedarfsgemeinschaften (zB Familien mit Hartz IV) oder die Schaffung integrativ ausgerichteter Ganztagsschulen zur Sprache. Marco Maria Emunds stellte in verkürzter Version das SPD-Kreiswahlprogramm vor.

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