NRW-Landtagswahl: Kommunen im Nordkreis stehen unter Zeitdruck

Von: jan
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Jessica Fischer (von links), S
Jessica Fischer (von links), Stefan Mersch, Petra Maßmann und Peter Muckel aus dem Jülicher Wahlamt haben arbeitsreiche Wochen bis zum 13. Mai vor sich. Foto: Guido Jansen

Jülicher Nordkreis. Wie gehts weiter in NRW? Diese Frage beantworten die Wähler am 13. Mai. Genau zwei Monate vorher, am 13. März, hatte sich der Landtag in Düsseldorf aufgelöst. Grund war das Scheitern des Haushaltsentwurfes der rot-grüne Minderheitsregierung.

Die große Politik spielt in den Rathäusern von Jülich, Linnich, Titz, Aldenhoven und Inden im Moment eine untergeordnete Rolle.

Die Stadt Jülich hat knapp 25.000 Wahlberechtigte. Benötigt werden etwa 250 ehrenamtliche Wahlhelfer. „Hier läuft alles unter erheblichem Zeitdruck ab”, sagt Frank Muckel aus dem Wahlamt der Stadt. Über die Wahlhelfer-Situation kann Muckel im Moment kaum eine Aussage treffen.

Die Anfragen sind gemacht, viele Rückmeldungen gibt es allerdings noch nicht. Das ist nicht weiter ungewöhnlich - bis auf die Tatsache, dass es bis zur Wahl nur noch gut fünf Wochen sind. „Weil alles so kurzfristig gekommen ist, haben wir noch ein paar Probleme, Wahllokale anzumieten”, berichtet Muckel von einer weiteren Baustelle, die er gerade abarbeitet. „Viele Räumlichkeiten, die wir eigentlich nutzen, sind schon belegt.”

In der Stadt Linnich leben knapp 10.200 Wahlberechtigte. 130 bis 140 Wahlhelfer braucht die Stadt am 13. Mai. „Bei uns wird der Knackpunkt sein, ob wir genügend Wahlhelfer finden”, erklärt Markus Clemens aus dem Wahlamt der Stadt. Die Suche nach freiwilligen Mitarbeitern sei ohnehin in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Die fehlende Vorlaufzeit wirkt jetzt als zusätzliches Problem. „Letztlich trifft es immer die gleichen”, so Clemens. Die Parteien werden aufgefordert, ihre Helfer zu stellen, dazu kommen die Mitarbeiter der Verwaltung.

Diese Tendenz kann Peter Wirtz aus dem Wahlamt in Titz bestätigen. Seit 35 Jahren organisiert er die Abstimmungen vor Ort. „Die älteren Mitbürger sind noch bereit, mitzuhelfen. Aber aus den Reihen der jüngeren kommt nichts nach.” 6665 Stimmberechtigte leben in Titz, 120 Helfer werden gesucht.

Dabei ist das Helfen bei Wahlen eigentlich eine Bürgerpflicht, die die Behörde einfordern kann. Die Kommunen im Nordkreis verzichten meist auf diese Möglichkeit. „Sonst passiert es, dass die Leute sich am Freitag krank schreiben lassen. In so kurzer Zeit finden wir sicher keinen Ersatz”, erklärt Wirtz, was seine Kollegen in anderen Wahlämtern bestätigen. „Wir setzen auf die Leute, die das freiwillig machen. Dann können wir sicher sein, dass sie uns nicht hängen lassen.”

Das ist nicht die einzige Tendenz Wahlen, die im Nordkreis sichtbar wird. Immer mehr Menschen beantragen die Briefwahl. Das verursacht mehr Arbeit in kurzer Zeit. „Die Briefe werden nicht so früh verschickt werden können wie sonst” sagt Franz-Josef Krieger, der in Aldenhoven die Wahl mitorganisiert. Schließlich sei die Wahl kurzfristig angesetzt worden. Das bedeutet, dass die Kandidaten erst spät feststehen. Entsprechend spät können die Stimmzettel gedruckt und verschickt werden.

„Das wird sich alles etwas knubbeln”, spricht Krieger von mehr Arbeit, die in weniger Zeit bewältigt werden muss. In Aldenhoven leben etwas mehr als 10.100 Wahlberechtigte. Über 1800 Briefwähler gab es bei der Landtagswahl 2010. Tendenz steigend. Briefwahl macht mehr Arbeit. Aber das spiel kein e Rolle. Wir sind froh um jeden, das seine Stimme abgibt”, wirbt Wirtz für die Wahl.

In allen fünf Kommunen werden die Brief-Stimmen in einem Tresor verschlossen und am Wahltag um 18 Uhr geöffnet und ausgezählt. Eins steht fest. Die kurzfristig angesetzte Wahl verursacht Mehrarbeit und Überstunden in den Verwaltungen. „Aber darin sehe ich kein Problem”, schildert Heinrich Unterberger aus dem Indener Wahlamt, das für etwa 5500 Stimmberechtigte zuständig ist und 70 Helfer sucht.

„Es gibt keine Probleme, nur Lösungen. Die Wahl ist jetzt wichtig. Dann müssen andere Dinge eben warten”, so Unterberger weiter. Das gilt auch für die Kollegen der anderen Wahlämter, die außerhalb der Wahlzeit andere Aufgaben in ihren Kommunen haben.
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