Notunterkünfte: Dezentrale Unterbringung funktioniert gut

Von: Antonius Wolters
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Mehr als 200 Menschen drängten sich im Siersdorfer Pfarrsaal, um sich von Bürgermeister Claßen über die künftige Unterbringung der Flüchtlinge in der Gemeinde informieren zu lassen. Foto: Wolters

Siersdorf. Offenbar hochgesteckt waren die Erwartungen der mehr als 200 Besucher, die am Montag im Siersdorfer Pfarrsaal von Bürgermeister Ralf Claßen über die Unterbringung von Flüchtlingen in der offenen Jugendeinrichtung informiert wurden und auch Fragen zur aktuellen Situation in der Gemeinde stellen konnten.

Der Bürgermeister nutzte die Veranstaltung auch dazu, in der Gemeinde umlaufende Gerüchte zu zerstreuen und mit Fakten vielen Vorurteilen zu begegnen, die es zum Thema Flüchtlinge gibt. Zur Einordnung dieser Personengruppe zitierte er eingangs sowohl die einschlägigen Paragrafen des Grundgesetzes als auch die UN-Flüchtlingskonvention.

Aktuell sind in der Gemeinde Aldenhoven – Stand Montagabend – 183 Flüchtlinge und Asylbewerber aus 32 Nationen untergebracht. Sieben sind am gestrigen Dienstag dazugekommen. Bisher verfolgt die Gemeinde die Strategie, die Menschen in normalen Wohnungen unterzubringen – eigenen und angemieteten. „Das hat viele Vorteile und bisher gut funktioniert“, zog Claßen als Zwischenbilanz der dezentralen Unterbringung. Und noch einen wichtigen Satz sagte er zu den Auswirkungen der Flüchtlingskrise: „Aldenhoven ist bisher ohne jegliche Vorkommnisse geblieben.“

Diese Vorgehensweise, die nach Worten des Bürgermeisters inzwischen aber an Grenzen stoße, wurde erst erweitert, als eine Verfügung der Bezirksregierung vom vorvergangenen Freitag verlangte, quasi übers Wochenende weitere 70 Plätze bereitzustellen. Dieses Ansinnen ist nach einer Krisensitzung der Bürgermeister zwischenzeitlich zwar für die Kommunen kreisweit durch eine zentrale Unterkunft in Düren abgedeckt worden, doch an jenem Freitag machte sich die Gemeindeverwaltung sogleich daran, mangels Alternativen eine eigene zentrale Notunterkunft herzurichten.

Die Wahl fiel dabei auf die offene Jugendeinrichtung in Siersdorf, die diverse Vorteile bietet, unter anderem die Nähe zum Sportplatz und den dortigen sanitären Einrichtungen. Zudem hat die Gemeinde mit dem Saal unter dem Kindergarten einen geeigneten Ersatzraum für die betroffene Einrichtung in petto, die deshalb auch nicht geschlossen werden brauchte, sondern verlegt worden ist. So ist parallel zu den übrigen logistischen Erfordernissen rund um die Herrichtung der Flüchtlingsunterkunft auch die Umzugsplanung und -organisation des Jugendheims erfolgt, die bereits am Dienstag vergangener Woche in die Tat umgesetzt wurde.

Auch der Theaterverein könne weiter proben, versicherte der Bürgermeister. Für deren Kulissen seien geeignete Lagermöglichkeiten gefunden. Die Absage des Märchenspiels habe nichts mit den Flüchtlingen zu tun, sondern mit dem Ausfall eines Darstellers. „Wir erhalten die Flüchtlinge sowieso“, macht sich Claßen keine Illusionen, dass die nun in Reserve stehende Notunterkunft nicht gebraucht würde.

Beim Aufbau eines Betreuungssystems setzt die Gemeinde weiterhin auf ehrenamtliche Hilfe, die der Aldenhovener Flüchtlingskreis leistet, der regelmäßig tagt und inzwischen auch eine „Zweigstelle“ in Siersdorf aufbaut, wo es auch zwei Ansprechpartner gibt, falls Probleme auftauchen. Welcher Art die sein können, war im Verlauf der Veranstaltung mehrfach zu hören, als sich betroffene Mitbewohner nach Sprach- oder anderen Problemen zu Wort meldeten.

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