Linnich - Notstromaggregat des Krankenhauses in Reparatur

Notstromaggregat des Krankenhauses in Reparatur

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
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Der Technische Leiter des St.-Josef-Krankenhauses, Hansdieter Leyendecker, inspiziert das Notstromaggregat, dessen „Kühler“ zur Reparatur ausgebaut ist. Foto: Jonel

Linnich. Normalerweise ist Cremeweiß die vorherrschende Farbe der Einsatzfahrzeuge auf dem Hof des St. Josef-Krankenhauses Linnich. Vielleicht noch Rot. Ungewöhnlich ist hingegen das markante Blau des Technischen Hilfswerks, das derzeit in der Nähe der Kraftzelle des Krankenhauses parkt.

Aus gutem Grund: Das THW stellt momentan die Stromversorgung des Krankenhauses sicher, falls die externe Versorgung aus welchem Grund auch immer versagen sollte.

Wer nun einwendet: „Dafür hat das Krankenhaus doch ein Notstromaggregat!“, liegt damit völlig richtig und den Finger auf den wunden Punkt: Dieses Notstromaggregat ist gerade nicht einsatzbereit.

„Wir haben bei der jüngsten Routineuntersuchung eine minimale Leckage am Kühlsystem festgestellt“, klärt Hansdieter Leyendecker auf. Das ist fast wie bei einem Auto: Kernstück des Notstromaggregat ist ein kräftiger Dieselmotor, die wie beim Auto gekühlt wird. In beiden Fällen sollte man tunlichst die Werkstatt einschalten, um nicht das Risiko eines Motorschadens einzugehen. Da der Krankenhausbetrieb unbedingt gesichert und die Versorgung mit Elektrizität gesichert sein muss, wurde bereits letzten Freitag das THW hinzugezogen, um Ersatz für den Ersatz zu schaffen.

Am Montag wurde der Kühler ausgebaut und der Aldenhovener Firma Starkes übergeben, die auf große Motoren spezialisiert ist. Seitdem hängt die Notstromversorgung des Krankenhauses sozusagen am THW-Tropf. Die Ortsgruppe Jülich, unterstützt von THW-Kräften aus Aachen und Leverkusen, stellt im Rund-um-die-Uhr-Betrieb sicher, dass das mobile Ersatzaggregat im Lkw-Anhänger-Format Strom liefert, falls notwendig. Aus Aachen und Leverkusen kommen die THW-Experten der dortigen Fachgruppen für Elektroversorgung.

Völlig ausreichend

Mit einer Leistung von 200 KVA (Kilovoltampere) – „Das entspricht in etwa 200 Kilowatt“, erläutert Leyendecker – ist das THW-Aggregat zwar etwas schwächer als das 250 KVA starke Krankenhausaggregat, „aber das ist völlig ausreichend“. Damit kann auf jeden Fall der Betrieb der Ersatzstrom berechtigten Bereiche gewährleistet werden. Dazu zählen in einem Krankenhaus ohne Wenn und Aber die OP-Bereiche und die angegliederten Intensivstationen. Nicht Ersatzstrom berechtigte „Abnehmer“ könnten etwa allgemeine Aufzugsanlagen sein.

Zugeschaltet wird ein Notstromaggregat im Übrigen viel häufiger als man vermuten mag. „Bei Unterbrechungen von größer einer halben Sekunde schalten wir den Netzbetrieb ab und gehen auf Inselbetrieb“, schildert der Technische Leiter des Krankenhauses. Das kann beispielsweise schon passieren, wen Blitzeinschlag das Netzt erschüttert oder kurzfristig zum Erliegen bringt.

Nach DIN, klärt Leyendecker weiter auf, müsse ein Krankenhaus innerhalb von 15 Sekunden in Betrieb sein. „Wir schaffen das in deutlich kürzerer Zeit“, sagt er selbstbewusst. Und im Inselbetrieb, wie die Stromversorgung über das Notstromaggregat bezeichnet wird, reicht eine Füllung des 800-Liter-Tanks aus, um das Haus zehn bis zwölf Stunden zu versorgen, bevor nachgetankt werden müsste.

Gewartet wird das Aggregat des Krankenhauses jeden Monat. dazu gehört auch ein Probelauf von einer Stunde Dauer. Einmal im Jahr erfolgt so etwas wie eine große Inspektion mit Motorprüfung und Prüfung der automatischen Abläufe. Dass das Notstromaggregat des St.-Josef-Krankenhauses schon gut 25 Jahre auf dem Buckel hat – die Elektronik ist allerdings jüngeren Datums – beeinträchtigt die Leistung des „Motors“ nicht. „Der ist schon sehr langlebig“, sagt Hansdieter Leyendecker. Und „in Schlaf“ fällt die Notstromversorgung wohl auch nicht. Bis vor wenigen Jahren sei das Aggregat „bei Störungen in der Stromversorgung angesprungen“.

Bis spätestens Freitag, ist der Technische Leiter des Krankenhauses zuversichtlich, ist der Kühler repariert und wieder mit dem Motorblock des Notstromaggregats verbunden. Dann wäre der so unspektakuläre, aber um so wichtigere Einsatz des Technischen Hilfswerks beendet.

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