Notfallpraxis Jülich bleibt erhalten

Von: Volker Uerlings
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Die Notfallpraxis befindet sich im Moment unmittelbar vor dem Krankenhaus-Haupteingang in Jülich. Wird sie künftig in das Haus „integriert“? Foto: Guido Jansen

Jülich. Die aus Patientensicht wichtigste Nachricht: Die Notfallpraxis Jülich bleibt erhalten. Und das gilt auch für den Fall, dass der neue Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) umgesetzt wird, wonach die Arbeit der Notfallpraxen in die Krankenhäuser inte­griert werden soll.

Das hat die KV Nordrhein am Montag jedenfalls vorgeschlagen und angekündigt. Die ortsnahe Versorgung der Menschen im Nordkreis Düren steht nach den jetzigen Plänen jedenfalls nicht mehr zur Debatte.

Gleichwohl betrachten Vertreter des Gesundheitsverbundes Jülicher Land (GVJL), der die Notfallpraxis in der Herzogstadt betreibt, auch die neuen Vorschläge mit Argwohn. Dr. Hubertus Koenen (Müntz) ist Koordinator des Gesundheitsverbundes und reagierte irritiert: „Ich halte das nicht für realisierbar, schon gar nicht im Hauruckverfahren.“

Der Allgemeinmediziner kann sich kaum vorstellen, dass die Krankenhäuser Interesse daran haben, die Notfallpraxen „einzubauen“. Dieser KV-Vorschlag würde bedeuten, dass genau das passiert, was viele Kritiker schon bei der geplanten Schließung der Notfallpraxen befürchtet haben: eine regelrechte Patientenflut nachts und am Wochenende in den Krankenhäusern.

Dr. Wolfgang Deiters (Düren) ist Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis Düren. Im Gespräch mit unserer Zeitung wertete er den neuen Vorschlag der KV Nordrhein als Beschluss der Vertreterversammlung, „über etwas Neues nachzudenken“. Betroffen wäre dann auch nicht mehr nur Jülich, sondern auch die Notfallpraxis Düren. Deiters weiter: „Wir gehen jetzt davon aus, dass beide Notfallpraxen im Kreis erhalten bleiben. Wie das von der Struktur dann aussieht, müssen wir abwarten. Darüber ist zu reden.“

An Gesprächen ist auch der Gesundheitsverbund Jülicher Land interessiert. Dr. Hubertus Koenen: „Wir sind gern bereit, uns mit der KV zusammenzusetzen.“

Unter dem Strich sind das zunächst gute Nachrichten für die Region, die großen Anteil an der Diskussion genommen hat. Beinahe jeder Stadt- und Gemeinderat im Jülicher Land hat den Erhalt der Notfallpraxis Jülich per Resolution gefordert. Noch vor der neuen Entwicklung bei der KV hat es vergangene Woche im Kreishaus ein Notfallpraxis-„Gipfeltreffen“ gegeben.

Landrat Wolfgang Spelthahn hatte die lokalen Vertreter der KV und des GVJL sowie der hiesigen Krankenhäuser zu einem Meinungsaustausch eingeladen. Nach Mitteilung des Kreises haben sich alle Teilnehmer für den Erhalt beider Notfallpraxen ausgesprochen. Eine schlechtere Versorgung im Nordkreis und eine „Verschiebung der Probleme“ in die Notfallambulanzen der Krankenhäuser seien zu befürchten. Nun scheint es wenigstens einen Etappensieg zu geben.

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