Nordviertel: Bald stundenweise der jüngste Stadtbezirk

Von: Volker Uerlings
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Biss in den Burger aus dem Fastfood-Tempel: Die Jülicher Realschüler Christoph Maurer (l.) und Marvin Neunfinger (13), haben es nicht weit mittags, solange ihre „Penne” nicht umgezogen ist. Foto: Christina Diels

Jülich. Da, wo Frikadellen amerikanischer Art König sind, herrschte diese Woche mittägliche Zufriedenheit. Mampfend zog eine kleine Karawane junger Leute vom Fastfood-Tempel in der Innenstadt zurück zur Realschule. Knapp ein Dutzend Jugendlicher hatte die Freistunde genutzt, um sich an Hamburgern, Cola und Pommes zu laben.

Das geht in zwei bis drei Jahren nicht mehr ohne Weiteres. Vielleicht noch beim Warten auf den Bus. Ihre „Penne” ist dann nämlich dort, wo alle städtischen weiterführenden Schulen stehen: im Nordquartier, das den Titel Schulviertel verdient hat.

Geografisch zählt sogar das Gymnasium Zitadelle zu diesem Stadtbezirk - der Wallgraben bildet nämlich die recht willkürliche Grenze. Die Gemeinschaftshauptschule ist schon im Schulzentrum am Nordeingang Jülichs, schräg gegenüber die „neue Schirmerschule”, und die Realschule folgt. Mit der KGS und der GGS Nord gehören auch zwei Grundschulen dazu. Werktags von 8 bis 13 Uhr wird der „hohe Norden” mithin zum „jüngsten” Stadtteil Jülichs, in dem fast 3000 Mädchen und Jungen unterrichtet werden.

900 Vehikel

Dort muss man freilich auch künftig den stärksten Zielverkehr dieser Kommune mit Ausnahme des Forschungszentrums annehmen. Wenn „nur” 30 Prozent der Eltern ihre Schützlinge mit dem Auto transportieren, sind das täglich zweimal 900 Vehikel, die sich in Bewegung setzen.

Da sich die einzelnen Schulen verteilen, gilt das auch für die Menschen, die sie besuchen oder dort arbeiten. Eindeutiger Schwerpunkt ist dabei aber das Schulzentrum, das demnächst knapp 1300 Kinder beherbergt, und schräg gegenüber die Schirmerschule mit gut 200 jungen Leuten plus Lehrern.

Ortsvorsteher Peter Schmitz stellt die Frage nach der Schulwegsicherheit: „Das sind schließlich viel befahrene Straßen.” Um die zu entlasten, wäre aus seiner Sicht die Nutzung von Bussen und Bahnen zu bevorzugen. Mit dem Nordbahnhof verfügt das Viertel bereits über einen Haltepunkt, an dem die Rurtalbahn stoppt. Der liegt allerdings noch einigermaßen weit weg von den Schulen. Schmitz: „Gut zehn Minuten zu Fuß.” Er regt an, mit der Dürener Kreisbahn über einen alternativen oder zusätzlichen Bahnsteig zu sprechen, der sich an der Straße „An den Aspen” befinden könnte. Die hat die Gleise gleich nebenan und liegt recht nah an den Schulen.

Gerd Marx sieht den Schülertransport gelassener. Der Leiter des Schulverwaltungs- und Sportamtes: „Es wird ein Mehraufkommen geben. Aber das kriegen wir hin.” Er ist sich nach Vorabanfragen bei der Regionalverkehr Euregio Maas-Rhein (RVE) sicher, dass die jungen Leute der Realschule zukünftig per Bus zum Schulzentrum gelangen können - „über den Linienverkehr oder auch den vorhandenen Schülerspezialverkehr”.

Peter Schmitz ist vor Ort und vorsichtiger: „Wir müssen uns das früh genug anschauen - und nicht erst, wenn die Realschule umzieht.” Er fordert ein Konzept und weitere Verbesserungen für die Kinder, die den Bus nicht nutzen können oder wollen: „Wenn sie laufen müssen, dann sicher!”

Vor diesem Hintergrund sei im Nordviertel an Straßen und Gehwegen noch einiges zu tun, von den Radwegen ganz zu schweigen.
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