Nordkreis: Anmeldezahlen an Haupt- und Realschulen schwanken

Von: Otto Jonel
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Nordkreis. Der faktische Druck, der auf Haupt- und Realschulen im Nordkreis lastet, nimmt zu.

Die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulformen sind nicht unbedingt niederschmetternd, aber sie nähern sich in manchen Fällen der unteren Alarmgrenze.

In Linnich beispielsweise kann Hauptschulleiterin Renate Schäfer befreit aufatmen. Zur Zeit liegen der Gemeinschaftshauptschule 18 Anmeldungen vor. Die braucht sie auch, andernfalls hätte eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden müssen, weil die Mindestzahl zum Betrieb einer Eingangsklasse nicht erreicht wäre.

Dieses Gespenst war Anfang der Woche gar nicht mal so fern, als erst 16 Anmeldungen vorlagen. „Frau Schäfer ist zuversichtlich, dass sie die fehlenden zwei Meldungen noch bekommt”, gab Gisela Lohmann, Leiterin des Linnicher Hauptamtes, die Erwartung der Rektorin wieder. Diese hatte ihre Hoffnung aus den Erfahrungen im vergangenen Jahr geschöpft.

Da habe die Hauptschule ebenfalls mit 18 Anmeldungen begonnen, „Aktuell haben wir 24 Schüler”, stellt Gisela Lohmann fest. Außerdem ließen manche Eltern das frühzeitige Anmeldeverfahren außer acht und meldeten ihre Kinder erst mit Beginn des Schuljahres an.

Die Linnicher Realschule hingegen ist im Soll. Sie hat bereits 54 Anmeldungen „im Karton”. Damit ist auch die Zweizügigkeit des 5. Schuljahres ohne Wenn und Aber gewährleistet.


Davon ist die Realschule in Aldenhoven noch ein gutes Stück entfernt. Ihr liegen derzeit 38 Anmeldungen vor. Sie benötigt 50! Da wird noch gesammelt werden müssen. Die Gemeinschaftshauptschule hat zumindest die Starthürde schon genommen. 20 Anmeldungen sichern die Einzügigkeit. In diesem Zusammenhang von „knappen” Verhältnissen zu reden, fällt allerdings nicht schwer. CDU-Fraktionschef Reinhard Paffen zieht aus den Zahlen Schlüsse. „Das ist ein Zeichen der Verunsicherung”, sagt er.

„Ich führe dieses Zahlen darauf zurück, dass wir die falschen politischen Entscheidungen getroffen haben.” Damit einher geht für ihn das Gebot der Information. Das habe man in Aldenhoven sträflich vernachlässigt. „Das war ein Fehler”, urteilt der Christdemokrat. Die aktuellen Anmeldezahlen müssten Konsequenzen haben. Eine liegt für Reinhard Paffen auf der Hand: „Aldenhoven und Linnich als Kooperation tut Not.”

Dieser Funke glüht auf Verwaltungsebene bereits schon. Wer über den Tellerrand des bevorstehenden Schuljahres blickt, sieht die heutigen Probleme im nächsten Jahr in noch stärkerem Maße drohen, schwant dem Aldenhovener Hauptamtsleiter Josef Kaufmann. Da ergäben zwangsläufig Verbindungen aus dem Wissen heraus, dass einer auf sich allein gestellt nicht bestehen könne.

In Inden läuft die Anmeldefrist zur Gemeinschaftshauptschule Merödgen noch. Der Trend ist aber schon erkennbar positiv, da bereits über 40 Anmeldungen vorliegen. „Die Schule wird auf jeden Fall zweizügig starten”, sagt Hauptamtsleiter Heinrich Unterberger. Die Hauptschule Merödgen ist vielleicht ein Sonderfall. „Wir haben immer schon mehr Kinder von außerhalb gehabt als aus der Gemeinde selbst”, sagt Unterberger. Eine Tendenz, die möglicherweise auch in Zukunft nicht abreißt.

In Titz ist mit der zumindest für das kommende Schuljahr geplatzten Kooperation mit Linnich der zu erwartende Fall eingetreten. Es mangelt an Schülern. Zahlen, selbst einen Zwischenstand, mochte Beigeordneter Christian Canzler nicht nennen. Aber: „Wir liegen unterhalb des Mindestfrequenzwertes.”

Das heißt, die magische Grenze von 18 Schülern in der Eingangsklasse ist noch nicht erreicht. Offiziell ist das Annmeldefenster in Titz geschlossen. Aber eine festgesetzte Frist, bis zu der Schüler aufgenommen werden können, gibt es nicht. Die Bezirksregierung beziehungsweise der Schulrat fragen irgendwann die Anmeldezahlen ab. Titz wird nach derzeitigem Stand vorsorglich tätig. „Wie stimmen uns jetzt mit der Bezirksregierung ab”, erklärt der Beigeordnete. Dabei wird es unweigerlich um die Ausnahmegenehmigung gehen.
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