Noch zehn Barmener müssen sterben...

Von: hfs.
Letzte Aktualisierung:
Der Blick vom alten Barmener
Der Blick vom alten Barmener Friedhof auf die Erweiterungsfläche mit der laut Stadt notwendigen eingezäunten Versickerungsanlage. Foto: hfs.

Barmen. Nicht, dass die Barmener Bürger sich nach dem Tode sehnen, ganz im Gegenteil. Sie interessieren sich allerdings dafür, warum ein neues Gräberfeld auf dem Friedhof des Jülicher Stadtteils für sehr viel Geld im letzten Jahr angelegt worden, aber bis heute ungenutzt geblieben ist.

Es ist alles hergerichtet, die Grünflächen sind fein von Gehwegen durchzogen, zwei Bänke stehen unter einem Baum, der sicher in einigen Jahren ein hervorragender Schattenspender sein wird. Gewöhnungsbedürftig ist dieses Bild: Abgetrennt vom künftigen Gräberfeld liegt eine eingezäunte Versickerungsanlage. „Bei neuen Friedhofsanlagen wird das vom Geologischen Dienst (GD) NRW gefordert”, erklärt Robert Helgers, Leiter des Jülicher Tiefbauamtes.

Der GD ist die zentrale geowissenschaftliche Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr. Der Dienst untersucht die Geo-Ressourcen des Landes und bewertet sie nach eigenen Angaben „zum nachhaltigen Nutzen und Schutz”. Er erfasst und bewertet die Geodaten bei Fragen zur Erschließung von Rohstoffen, Grundwasser und Erdwärme aus und nimmt eine Bewertung von Georisiken und des Bodenschutzes vor. So gehört eine solche Anlage nun zu einem Friedhof wie eine Einsegnungshalle.

Eine solche hatte der alte Friedhof Barmen schon. Von dort aus werden die Verstorbenen dann künftig zum neuen Gräberfeld gebracht. Das wird noch eine Weile dauern. „Erst dann, wenn der alte Friedhof belegt ist”, gibt Heinz-Günter Ervens vom Bauverwaltungsamt der Stadt Jülich die Antwort darauf, warum das neue Areal bislang nicht genutzt worden ist.

Um es auf den Punkt zu bringen: Zuerst müssen noch zehn Barmener sterben, bevor die Flächen in der nördlichen Erweiterung in Anspruch genommen werden.

Die Erweiterungsfläche befand sich im Besitz der Stadt Jülich, als die Bauarbeiten fast auf den Tag genau vor einem Jahr am 24. März starteten. „Die Abnahme erfolgte im Juli des gleichen Jahres. Bis auf einige kleinere Restarbeiten an den Wegen ist der neue Friedhofsbereich fertig”, sagt Helgers.

Insgesamt stehen künftig 60 Rasenreihengräber und 90 Reihengräber zur Verfügung. Hinzu kommen 110 Plätze für Urnengräber.

„Die Maßnahme hat 160.000 Euro gekostet”, beziffert der Leiter des Tiefbauamtes die Kosten für den neuen Friedhofsbereich in Barmen, das nach Koslar (2994 Einwohner), Stetternich (1741), Kirchberg (1683), Welldorf mit Serrest (1359) mit exakt 1307 Einwohnern zum Stichtag 31. Dezember 2011 die fünfgrößte Ortschaft der Stadt Jülich ist.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert